Pendeln als Gefährdungsfaktor

Wir haben eine amerikanische Freundin, die jeden Tag für eine einfache Strecke zur Arbeit 1,5 Stunden benötigt, allein im Auto wohlgemerkt. In den USA ist das durchaus nichts Ungewöhnliches. Auch bei uns nimmt das Pendeln immer mehr zu, so zumindest der subjektive Eindruck aus meinen Workshops. Dabei ist das Berufspendeln durchaus belastend. Ob es auf Dauer auch zu Fehlbelastungen führt, hat vor einiger Zeit eine Sendung im Bayerischen Rundfunk untersucht: Der lange Weg zur Arbeit.

Leider konnte ich keine Adresse ausfindig machen, unter der Sie die Sendung nachhören können. Vielleicht kann ein Leser weiterhelfen.

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Feature: Das mobile Büro

Ich bin ein ausgesprochener Fan des Radio-Features. Dieses Format informiert auf unterhaltsame, oft spannende Weise über brennende Themen unserer Zeit. In der Reihe Deutschlandfunk – Dossier konnte man vor ein paar Wochen ein Feature mit dem Titel “Das mobile Büro” hören. Dort wurden die Vorteile, noch mehr aber die Kehrseiten des mobilen Büros und der ständigen Erreichbarkeit behandelt. Bei mir hängen geblieben sind vor allem die Aspekte “Individualisierung” und “Entsolidarisierung”. Zwei Gesichtspunkte, über die ich bislang nicht weiter nachgedacht habe, wie ich gestehen muss.

Sie können das Feature hier noch einmal nachhören oder das entsprechende Skript als pdf-Datei herunterladen.

Übrigens sehen immer mehr Unternehmen, dass die ständige Erreichbarkeit der Mitarbeiter auf längere Sicht mehr Nachteile als Vorteile hat und ergreifen entsprechende Maßnahmen. So sollen bei VW die E-Mails nach Feierabend nicht mehr auf das Smartphone der Mitarbeiter weitergeleitet werden (Quelle) und auch der SAP-Chef Hagemann Snabe verspricht einen sms-freien Feierabend.

Leider sieht die Realität oft anders aus. So wurde eine Führungskraft von seinem Vorgesetzten “zur Schnecke gemacht”, weil er am Montagmorgen eine geforderte Präsentation nicht vorbereitet hatte. Der Auftrag dazu kam in einer E-Mail in der Nacht zuvor, also am Sonntag. Und die hatte der Mitarbeiter am Montagmorgen einfach noch nicht gelesen. Was soll man dazu sagen?

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Zur Geschichte des Burnouts

Götz Kluge weist in seinem Blog auf eine interessante Sendung auf SWR2 hin: Burnout, Stress und Nervenkrisen – Erschöpfungszustände aus historischer Perspektive. In einem Interview geht Professor Wolfgang U. Eckart, Medizinhistoriker an der Universität Heidelberg, auf die Frage ein, inwiefern es auch in früheren Zeiten das Phänomen Ausgebrannt sein gegeben hat. Zu der Sendung gibt es auch ein Manuskript (pdf) und einen mp3-Download zum Nachhören.

BTW: Zu der Frage, inwieweit Krankheiten und Krankheitsbilder gesellschaftliche Konstrukte sind, kann ich ein Buch von Ludwik Fleck empfehlen. Es hat mich seinerzeit tief beeindruckt und beeinflusst. Wir dürfen nicht vergessen, Krankheiten werden definiert und bis jetzt gibt es noch keine offizielle Definition von “Burnout”. Daran ändert auch der geradezu inflationäre Gebrauch dieses Ausdrucks im öffentlichen Sprachgebrauch nichts.

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Bayern 2 radioWissen: Thema Burnout

In Bayern 2 gibt es eine Sendereihe, die ich als Podcast regelmäßig verfolgen: Das radioWissen. Mitte Dezember letzten Jahres war dort eine dreiteilige Serie zum Thema “Burnout” zu hören. Die Sendungen im einzelnen:

  1. Burn-out – Wenn der Körper nicht mehr mitmacht (Download mp3)
  2. Schutz vor Burn-out – Seelische Gesundheit in Betrieben (Download mp3)
  3. Burn-out – Gespräch mit Dr. Werner Kissling (Download mp3)

Dr. Kissling ist Leiter des Centrum für Disease Management an der Psychiatrischen Klinik der Technischen Universität München.

Für mich am interessantesten war der 2. Teil, in dem Burnout in der Arbeitswelt behandelt wird. Man hört es leider (zu) selten, dass die veröffentlichte Meinung sich auf das Arbeitsschutzgesetz und die Gefährdungsbeurteilung bezieht. Hier war es erfreulicherweise einmal der Fall.

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Wie geht das mit der Rente mit 67?

Heute konnte ich während einer längeren Zugfahrt per Podcast eine interessante Diskussion in der Reihe SWR 2 Forum verfolgen: Nach oben offen – Wie können wir im Alter länger arbeiten?
Zwei Journalistinnen und ein Sozoalwissenschaftler diskutierten, .unter welchen Umständen die Rente ab 67 zu realisieren ist.
Nun stellt sich bei dieser Zusammensetzung die Frage, ob die Diskutierenden nah genug dran sind an der betrieblichen Realität oder ob sie mit ihren Berufen nicht eher zu den Privilegierten gehören, für die der Zeitpunkt des Eintritts in den Ruhestand eben nicht zu den existenziellen Fragen gehört. Sie waren sich dieser Gefahr durchaus bewußt, das muss man ihnen zugestehen.

Zwei Punkte sind bei mir hängen geblieben:

  1. Der Sozialökonom Ernst Kistler stellte fest (sinngemäß): „Ein Drittel der Älteren Arbeitnehmer können nicht länger arbeiten, ein Drittel wollen nicht länger arbeiten und ein Drittel dürfen nicht länger arbeiten, weil der Arbeitgeber nicht mitmacht.“
  2. Die Beteiligten waren sich darin einig, dass bei den Unternehmern immer noch kein Problembewusstsein bez. des demographischen Wandels vorhanden ist.

Bei mir blieb der fade Beigeschmack zurück, dass hier wieder einmal von unseren Politikern etwas mit heißer Nadel gestrickt wurde. Die Konsequenzen sind noch gar nicht abzusehen. Und so wird es in den nächsten Jahren wieder abgehen wie bei der Echternacher Springprozession. Es wird wohl laufend nachgebessert und korrigiert werden müssen.
Und: Es reicht wohl nicht aus, das Renteneintrittsalter einfach nur per ordre de mufti nach oben zu setzen und darauf zu vertrauen, die Tarifparteien oder der Arbeitsmarkt würden es schon richten. Für das Setzen der Rahmenbedingungen ist immer noch der Gesetzgeber verantwortlich.

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Der kleine Unterschied hat große Folgen: Gendermedizin

Manchmal stößt man auf die interessantesten Themen per Zufall. So wie ich heute auf einer längeren Autofahrt. Dort konnte ich – zufällig, wie gesagt – einen interessanten Beitrag von Christine Westerhaus im Deutschlandfunk hören: Anders krank – Die Gendermedizin betont die Unterschiede zwischen Frau und Mann.

Was ich nicht wusste: Der Herzinfarkt zeigt bei Männern und Frauen unterschiedliche Symptomatik, was dazu führt, dass dieser bei Frauen oft erst spät, manchmal zu spät, erkannt wird. In dem Beitrag werden noch andere Beispiele aufgeführt, die aufzeigen, dass viele Krankheiten gibt, die bei Frauen und Männern unterschiedlich wahrgenommen werden und unterschiedlich verlaufen. Ein interessanter Einblick in ein relativ neues Feld der medizinischen Forschung.

Falls Sie zur Sendezeit nicht wie ich im Auto saßen, können Sie die Sendung sowohl nachhören als auch nachlesen.

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Fragen und Antworten zur Alternsforschung

Beim Südwestrundfunk gibt es eine Sendereihe, die getreu dem Motto “Was Sie immer schon mal fragen wollten…” Antworten auf ganz alltägliche Fragen gibt: 1000 Anworten. Eine Kategorie fasst Beiträge zur Alternsforschung zusammen.

Folgende Fragen werden z. B. beantwortet:

Jeden Beitrag können Sie noch einmal nachhören, zu einigen gibt es zur Abrundung vertiefende Informationen in Form eines Dossiers mit weiterführenden Links.

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Was tun im Ruhestand?

Mein befreundeter Kollege Leopold Stieger ist einer der Pioniere auf dem Gebiet des Umgangs mit dem demographischen Wandel. Auf seiner Website Seniors4Success, “der Plattform für die ältere Generation, die ihre Fähigkeiten, ihre Fitness, ihre Unabhängigkeit und ihren Tatendrang einbringen will”, stellt er eine Sendereihe des Österreichischen Rundfunks vor: “Nach der Pensionierung – Perspektiven für die 3. Lebensphase”.

In diesem Radiokolleg werden die Möglichkeiten und Grenzen der Beschäftigung in der dritten Lebensphase diskutiert. Sie können die vier Folgen der Sendereihe auf der Startseite von Seniors4Success noch einmal nachhören.

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Können wir uns Pausen leisten?

Jede Batterie muss von Zeit zu Zeit aufgeladen werden. Das gilt für den Akku aus dem Supermarkt, aber auch für unseren ganz persönlichen. Offensichtlich scheint diese Selbstverständlichkeit immer mehr in Vergessenheit zu geraten. In einem Radiobeitrag auf hr2-Kultur gehen die Redakteure Claudia Wehrle und Oliver Glaap der Frage nach, ob wir uns Pausen noch leisten können, wollen, dürfen: Vom Verschwinden der Pause. Von der Sendung gibt es ein Manuskript zum Herunterladen, nachhören können Sie die Sendung ebenfalls.

Auch der “Zeitforscher” Karl-Heinz Geissler ist wieder mit seinen Erkenntnissen mit von der Partie. Das ist mittlerweile wohl unvermeidlich.

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Demografieprojekte in Deutschland

Ende März wurde in der Sendereihe “Hintergrund” im Deutschlandfunk ein Beitrag über Demografieprojekte in Deutschland ausgestrahlt: Bis 67 am Fließband. Unter anderem stellt in dem Beitrag ein Demografielotse aus dem Raum Kempten seine Arbeit vor. Ein Zitat aus der Sendung:

Bei der Entwicklung von Demografieprojekten legt Fredrik Littschwager besonderes Augenmerk auf eine, wie er es nennt, "wertschätzende Unternehmenskultur". Dazu gehöre, den Mitarbeitern zu zeigen, dass sie unverzichtbar seien. So lassen sich seiner Erfahrung nach immer häufiger auftretende psychische Probleme und Burn-Out-Symptome vermeiden.

Kennen wir doch, oder?

Sie können den – wirklich hörenswerten – Beitrag hier als mp3 – Datei herunterladen.

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