Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung in der Praxis: Was die Beteiligten sagen (Teil 4)

Hier der letzte Teil der Gespräche, die ich nach dem Projekt zur Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen bei der evangelischen Stiftung in Ummeln geführt habe.

Gesprächspartner sind Dietmar Kraul und Oliver Frank, beide Fachberater der Stiftung. Sie haben das Projekt als interne Organisationsentwickler begleitet.

Viel Spaß beim Zuhören.

 

Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung in der Praxis: Was die Beteiligten sagen (Teil 3)

Hier die Fortsetzung der Gespräche, die ich nach dem Projekt zur Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen bei der evangelischen Stiftung in Ummeln geführt habe.

Diesmal mit Frank Plaßmeyer, Vorstand der Einrichtung.

Viel Spaß beim Zuhören.

 

Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung in der Praxis: Was die Beteiligten sagen (Teil 2)

Hier die Fortsetzung der Gespräche, die ich nach dem Projekt zur Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen bei der evangelischen Stiftung in Ummeln geführt habe.

Diesmal mit Matthias Kuschel, Mitarbeiter, Teamleiter und Mitarbeitervertreter in der Einrichtung.

Viel Spaß beim Zuhören.

 

Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung in der Praxis: Was die Beteiligten sagen (Teil 1)

Letztes Jahr hatte ich die schöne Aufgabe, ein Projekt zur Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen bei der evangelischen Stiftung in Ummeln zu begleiten.
Drei Wohneinheiten wurden als Pilotbereiche für die Gefährdungsbeurteilungen ausgewählt, um so Erfahrungen für die Anwendung auf die gesamte Einrichtung zu erhalten.

Nach Abschluss des Projekts habe ich mich noch einmal mit einigen Beteiligten unterhalten und sie nach ihrer Sicht der Dinge befragt:

  • die zuständige Sicherheitsfachkraft
  • einen Mitarbeiter, zugleich Teamleiter und Mitarbeitervertreter
  • den kaufmännischen Vorstand
  • Fachberater, die als interne Organisationsberater beteiligt waren

Ich werde auf einer eigenen Seite darüber berichten, wie dieses Projekt „Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen“ geplant und durchgeführt wurde.

Hören Sie im ersten Teil das Gespräch mit der Sicherheitsfachkraft der
Ev. Stiftung Ummeln, Herrn Rainer Tönsmann.

 

Wie sieht das Büro der Zukunft aus?

Was haben wir schon alles an Büros gesehen. Vom holzvertäfelten Chefbüro des Patriarchen (Erich Mielke hatte so eines) bis zu den quadratischen Hühnerboxen in amerikanischen Großraumbüros. Momentan ist es modern, überhaupt keine festen Arbeitsplätze in den Büros zur Verfügung zu stellen. Man muss das nehmen, was gerade da ist.

Über den Sinn und Unsinn moderner Bürogestaltung diskutierten kürzlich unter der Leitung von Jürgen Heilig Prof. Dr. Uta Brandes, International School of Design, Köln,  Johannes Rosenboom, Microsoft Deutschland  und Prof. Dr. Dirk Windemuth, Psychologe, Institut für Arbeit und Gesundheit, Dresden. Für mich als gelernten Sicherheitsingenieur waren besonders die Ausführungen von Herrn Windemuth von Interesse. Offensichtlich beißt sich die moderne Gestaltung der Büros durchaus mit den Wohlfühlbedürfnissen unserer Mitarbeitermenschen. Johannes Rosenboom schien davon erwartungsgemäß wenig beeindruckt. Machen Sie sich selbst ein Bild, Sie können die Diskussion als mp3-Datei herunterladen und nachhören.

Anti-Stress-Verordnung: Ja oder Nein?

In der Presse wurde es eingehend vermeldet: Die IG Metall fordert verbindliche Regeln gegen den Stress am Arbeitsplatz und hat auch entsprechende Vorschläge unterbreitet. Nähere Informationen dazu finden Sie zum Beispiel bei:

In der TAZ heißt es zur Reaktion des Bundesarbeitsministeriums zu dem Vorstoß:

Mit Gewerkschaften, der Wissenschaft und anderen Teilnehmern sei man im Gespräch, so ein Sprecher des Ministeriums. Man prüfe, ob eine neue Verordnung das Problem beheben könne, oder ob bestehende Gesetze nicht ausreichten. Tatsächlich gebe es „Erkenntnislücken“, was den psychischen Arbeitsschutz betreffe.

Ist das wirklich so? Eigentlich ist zum Thema psychische Fehlbelastungen alles gesagt, allerdings wenig umgesetzt. Neue Gesetze und Vorschriften sind schnell verabschiedet. Allerdings ist Papier bekanntlich geduldig. Warum neue Vorschriften, wenn noch nicht einmal die alten umgesetzt werden? Worin bestehen denn die Erkenntnislücken, von denen das Ministerium spricht?

Die andere Seite sieht den Vorstoß der IG Metall natürlich kritisch. So der Direktor des Instituts für angewandte Arbeitswissenschaft Sascha Stowasser im Interview, das Sie hier herunterladen können (mp3-Datei).

Ich weiß nicht, mich befallen bei solchen Nachrichten immer Déjà-vu-Gefühle.

Bayern 2 radioWissen: Thema Burnout

In Bayern 2 gibt es eine Sendereihe, die ich als Podcast regelmäßig verfolgen: Das radioWissen. Mitte Dezember letzten Jahres war dort eine dreiteilige Serie zum Thema “Burnout” zu hören. Die Sendungen im einzelnen:

  1. Burn-out – Wenn der Körper nicht mehr mitmacht (Download mp3)
  2. Schutz vor Burn-out – Seelische Gesundheit in Betrieben (Download mp3)
  3. Burn-out – Gespräch mit Dr. Werner Kissling (Download mp3)

Dr. Kissling ist Leiter des Centrum für Disease Management an der Psychiatrischen Klinik der Technischen Universität München.

Für mich am interessantesten war der 2. Teil, in dem Burnout in der Arbeitswelt behandelt wird. Man hört es leider (zu) selten, dass die veröffentlichte Meinung sich auf das Arbeitsschutzgesetz und die Gefährdungsbeurteilung bezieht. Hier war es erfreulicherweise einmal der Fall.

Wie geht das mit der Rente mit 67?

Heute konnte ich während einer längeren Zugfahrt per Podcast eine interessante Diskussion in der Reihe SWR 2 Forum verfolgen: Nach oben offen – Wie können wir im Alter länger arbeiten?
Zwei Journalistinnen und ein Sozoalwissenschaftler diskutierten, .unter welchen Umständen die Rente ab 67 zu realisieren ist.
Nun stellt sich bei dieser Zusammensetzung die Frage, ob die Diskutierenden nah genug dran sind an der betrieblichen Realität oder ob sie mit ihren Berufen nicht eher zu den Privilegierten gehören, für die der Zeitpunkt des Eintritts in den Ruhestand eben nicht zu den existenziellen Fragen gehört. Sie waren sich dieser Gefahr durchaus bewußt, das muss man ihnen zugestehen.

Zwei Punkte sind bei mir hängen geblieben:

  1. Der Sozialökonom Ernst Kistler stellte fest (sinngemäß): „Ein Drittel der Älteren Arbeitnehmer können nicht länger arbeiten, ein Drittel wollen nicht länger arbeiten und ein Drittel dürfen nicht länger arbeiten, weil der Arbeitgeber nicht mitmacht.“
  2. Die Beteiligten waren sich darin einig, dass bei den Unternehmern immer noch kein Problembewusstsein bez. des demographischen Wandels vorhanden ist.

Bei mir blieb der fade Beigeschmack zurück, dass hier wieder einmal von unseren Politikern etwas mit heißer Nadel gestrickt wurde. Die Konsequenzen sind noch gar nicht abzusehen. Und so wird es in den nächsten Jahren wieder abgehen wie bei der Echternacher Springprozession. Es wird wohl laufend nachgebessert und korrigiert werden müssen.
Und: Es reicht wohl nicht aus, das Renteneintrittsalter einfach nur per ordre de mufti nach oben zu setzen und darauf zu vertrauen, die Tarifparteien oder der Arbeitsmarkt würden es schon richten. Für das Setzen der Rahmenbedingungen ist immer noch der Gesetzgeber verantwortlich.

Die gehetzte Gesellschaft

Die Zeit-Stiftung und NDR Info veranstalten derzeit eine dreiteilige Diskussionsreihe unter dem Oberthema: Die gehetzte Gesellschaft. An drei Abenden diskutieren je drei Experten die Themen:

  1. Immer unter Druck: Ein Leben im Takt der Ökonomie? (15. Feb.)
  2. Viel Wissen, wenig Orientierung: Wie lässt sich die Informationsflut bewältigen? (22. Feb.)
  3. Entschleunigung und Spiritualität: Die Sehnsucht nach innerer Ruhe (1. März)

Die erste Runde hat bereits am 15. Februar stattgefunden, zu Gast waren

  • Karen Heumann (Vorstand der Hamburger Agentur Jung von Matt),
  • Dr. Manfred Osten (Diplomat und Kulturhistoriker)und
  • Prof. Dr. Hartmut Rosa (Soziologe und Beschleunigungsforscher)

Frau Heumann fand ich wenig überzeugend. In ihr Klagen über ihr eigenes Gehetzt sein schien sich immer ein wenig Stolz zu mischen, so wenig Zeit zu haben. Herr von Osten nannte ausgerechnet Japan als Vorbild für Entschleunigung, als ob es Karōshi gar nicht gebe. Gut, zumindest wies er auf die Ambivalenz in der japanischen Gesellschaft hin. Gelohnt hat sich das Zuhören dennoch aufgrund der Ausführungen von Prof. Rosa. Er wies darauf hin, dass die Beschleunigungseffekte nicht nur durch das Individuum abgemildert werden können und begründete dies auch ausführlich. Sie können die erste Diskussion hier nachhören oder auch als mp3-Podcast herunterladen. Nach der Ausstrahlung können Sie die folgenden Sendungen ebenfalls nachverfolgen.

Die Burnout-Falle – Warum so viele Menschen ausgebrannt sind

SWR 2 Forum heißt eine Sendereihe, bei der sich Experten zusammenfinden um mehr oder weniger über des Kaisers Bart zu diskutieren. Das Zuhören ist nicht immer ein Vergnügen, so manche Sendung könnte man auch auf Rezept als Schlafmittel verschreiben. Aber es gibt auch ausgesprochene Perlen. Unter der Leitung von Anja Braun sprachen

  • Andreas Boes, Soziologe am Institut für sozialwissenschaftliche Forschung e.V. München
  • Günter Diehl, Unternehmer und Berater in Betrieben für die Burnout-Prävention, Konstanz und
  • Dr. Bernd Sprenger, Arzt und Psychotherapeut, Nürnberg

über Burnout am Arbeitsplatz. Ich fand diese Sendung so interessant und spannend, dass ich sie sogleich in mein Archiv übernommen habe. Ein sachliches, aber engagiertes Gespräch über die Ursachen der Burnout-Symptomatik in unseren Betrieben. Sie können die Sendung hier anhören oder wenn Sie einen mp3-Player besitzen, hier herunterladen. Es lohnt sich!