Was tun bei psychisch belastenden Extremsituationen?

Kürzlich erzählte mir eine Sicherheitsfachkraft von einem sehr schweren Unfall eines Mitarbeiters. Drei Kollegen des Verunfallten waren als Ersthelfer vor Ort, um das zu tun, was ein Ersthelfer eben tut, nämlich erste Hilfe zu leisten. Allerdings waren die Folgen für die Kollegen erheblich, denn sie waren nach dem Ereignis allesamt traumatisiert mitsamt der entsprechenden Symptomatik. Sie mussten in eine langwierige Therapie. Gott sei Dank war die Reha erfolgreich, so weit man das absehen kann.

Für mich ein Anlass, ein wenig zum Thema zu recherchieren. Hier ist das, was ich zum Thema  „psychische belastende Extremsituationen“ gefunden habe:

  • Unfallkasse Berlin:
    Notfallmanagement nachpsychisch belastenden Extremsituationen am Arbeitsplatz (pdf)
  • Unfallkasse Post und Telekom:
    Betreuung von Mitarbeitern nach traumatisierenden Ereignissen,
    Informationen für Vorgesetzte (pdf) und Mitarbeiter (pdf)
  • INQA:
    Herausforderung berufsbedingte Traumatisierung (pdf)

Wenn Sie noch tiefer in die Materie eindringen möchten, dann empfehle ich Ihnen die Mediensammlung zum Thema Psychotrauma von der DGUV (pdf). Dort finden Sie eine große Anzahl von weiterführenden Links, die Sie im Dokument direkt anklicken können.

Zukunftstrends im Arbeitsmarkt

Die Mitarbeiter in den Autowerkstätten können ein Lied davon singen. Die meisten Autofahrer lassen erst dann die Winterreifen aufziehen, wenn die ersten Schneeflocken fallen. Und dann müssen in aller Hektik Termine vereinbart werden. Dabei kommt die Winterzeit in den seltensten Fällen überraschend. Die Winterzeit ist durchaus vorhersehbar und somit hätte der Reifenwechsel rechtzeitig eingeplant werden können.

Offensichtlich ist es menschlich, dass wir erst dann auf Probleme reagieren, wenn wir bereits bis zum Knöchel in der Jauche stecken. Zumindest bei den Themenfeldern “Psychische Belastungen” und “Demographische Entwicklung” kommt es mir so vor. Wir alle, also auch die Verantwortlichen in den Unternehmen, wissen, dass sich da etwas zusammenbraut. Und dennoch ist die Bereitschaft nur begrenzt vorhanden, Schritte in die richtige Richtung zu unternehmen und proaktiv die kommenden Herausforderungen anzugehen.

Dabei kann keine/r sagen, er/sie hätte nichts gewusst. Eine schier unübersehbare Anzahl frei erhältlicher Broschüren und Projektberichte beschäftigen sich mit den o. a. Themen. So hat die INQA eine ansprechende Broschüre veröffentlicht, auf der die wichtigsten Trends in der Arbeitswelt und ihre Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt beschrieben werden: Wie Zukunftstrends unseren Arbeitsmarkt verändern. Sie können die Broschüre kostenlos als pdf-Datei herunterladen.

INQA_Zukunftstrends

In eigener Sache: Ausbildung zum Demographie-Lotsen abgeschlossen

Letzte Woche fand in Landau der letzte Baustein meiner Ausbildung zum Demographie-Lotsen statt. Ich darf mich nun ganz offiziell Demographie-Lotse gem. INQA-Standard nennen.

Smiley 
Was ist nun eigentlich ein Demographie-Lotse und was kann er für Sie tun?

Hervorgegangen ist diese Ausbildung aus dem Projekt “Demographie-Wissen kompakt”, das Ende März 2010 ausgelaufen war. Förderer des Projekts waren in erster Linie die Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA) und die  Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Abeitsmedizin (BAuA). Ziel des Projekts war es:

bundesweit Demographie-Lotsen zu qualifizieren, die vorrangig kleine und mittlere Unternehmen für das Thema Demographie sensibilisieren und diese bei der Auseinandersetzung mit den Chancen und Herausforderungen des demographischen Wandels beraten und unterstützen.

Die Zusammenfassung des Abschlussberichts zum Projekt können Sie als pdf-Datei kostenlos herunterladen.

Die Ausbildung der Demographie-Lotsen liegt mittlerweile in den Händen des Vereins Demografie-Experten, die Qualität der Ausbildung wird durch ein eigenes Projekt "Qualitätssicherung in der Demografieberatung" sichergestellt.

Wenn Sie wissen wollen, wie die

  • Altersstruktur in Ihrem Unternehmen aussieht,
  • was in mittelbarer Zukunft bez. demographischem Wandel auf Sie zukommt,
  • Sie tun können, um die Leistungsfähigkeit Ihrer Mitarbeiter und Ihres Unternehmens zu erhalten,

dann sprechen Sie mich an.

Ich antworte Ihnen gerne.

Die Arbeitsfähigkeit erhalten und fördern

Heute ging der zweite Tag meiner Ausbildung zum INQA – Demographielotsen zu Ende. Besprochen wurde u. a., wie die Arbeitsfähigkeit älterer Mitarbeiter erhalten und gefördert werden kann. Zu diesem Thema hat die INQA eine Informationsbroschüre veröffentlicht: Arbeitsfähigkeit erhalten und fördern. Wie immer können Sie die Schrift als pdf-Datei herunterladen.

Aus dem Inhalt:

  1. Demographischer Wandel und Arbeitswelt
  2. Was Betriebe tun können
  3. Der Blick in die Betriebe (Chancen und Blockaden)
  4. In fünf Schritten zu einer Demographiestrategie

INQA-Arbeitsfähigkeit

PFIFF 2: Intellektuelle Fähigkeiten älterer Arbeitnehmer erhalten

In der Fortsetzung des Projekts PFIFF, über das ich gestern berichtet habe, geht es um “um die praktische Umsetzung und Wirksamkeitsprüfung von Trainingsmaßnahmen zum Erhalt der geistigen Fitness älterer Arbeitnehmer”. Auf der Website von PFIFF 2 finden Sie entsprechende Trainingskonzepte, unter anderem auch zum Ziel der Stressreduktion. Auf die Ergebnisse der Evaluation darf man gespannt sein.

Sie finden auf der Site auch einen Stresstest in drei Teilen:

  1. Bietet mein Arbeitsplatz viele Stressrisiken?
  2. Wie gestresst bin ich durch meine Arbeit?
  3. Ist unser Unternehmen zukunftsfit in Sachen „alternsgerechte Arbeit“ und „Stressprävention“?

Man kann gar nicht oft genug darauf hinweisen: Derartige Tests können eine fachgerecht durchgeführte Gefährdungsbeurteilung auf keinen Fall ersetzen.

PFIFF: Intellektuelle Fähigkeiten älterer Arbeitnehmer erhalten

Mitunter finde ich die Abkürzungen, mit denen Forschungsprojekte bedacht werden, schon recht putzig. PFIFF steht für „Programm zur Förderung und zum Erhalt intellektueller Fähigkeiten für ältere Arbeitnehmer“. Eigentlich handelt es sich bei PFIFF um zwei aufeinander aufbauende Vorhaben. Vor dem Hintergrund des demographischen Wandels soll untersucht werden, wie die geistigen Fähigkeiten älterer Mitarbeiter erhalten werden können.

Die Fragestellungen für PFIFF 1 waren (Zitat):

  1. In welchem Zusammenhang stehen Arbeitsbedingungen und geistige Fitness?
  2. Welchen Einfluss hat Stress auf unsere grauen Zellen?
  3. Wie können wir durch unsere Ernährung etwas für unsere geistige Leistungsfähigkeit tun?
  4. Wie kann uns Sport beim Erhalt der geistigen Fitness helfen?
  5. Welche Bedeutung hat lebenslanges Lernen?

Antworten auf diese Fragen finden Sie auf der Website von PFIFF 1. Dort können Sie auch den Abschlussbericht des Teilprojekts herunterladen.

PFIFF_1

BTW: Ich möchte einmal wissen, wie viel Brainstorming-Sitzungen benötigt werden, um so einen Namen für ein Forschungsvorhaben zu finden.

Zwinkerndes Smiley

Kein Stress mit dem Stress: psyGA-transfer

Vor einiger Zeit habe ich an dieser Stelle über eine Handlungshilfe für Beschäftigte berichtet: Kein Stress mit dem Stress: Eine Handlungshilfe für Beschäftigte. Die erwähnte Broschüre wurde in Rahmen des Projekts “Psychische Gesundheit in der Arbeitswelt (psyGA-transfer)” erarbeitet. Auf der Website des Deutschen Netzwerks für betriebliche Gesundheitsförderung (DNBGF) finden Sie dazu nähere Informationen. Dort können Sie auch die Broschüren zu den Praxiselementen herunterladen, die im Rahmen des Projekts erstellt wurden. In diesem Zusammenhang möchte ich besonders auf den Beitrag “Kein Stress mit dem Stress: Eine Handlungshilfe für Führungskräfte” hinweisen, quasi die logische Ergänzung zu o. a. Publikation.

psygatransfer_fk

Wenn Sie die Broschüren in Papierform bevorzugen, dann können Sie sie komplett im Schuber für € 10,00 zuzüglich Versand bestellen unter gesundheitsmedien@bkk-bv.de.

[via inqa.de]

Altersgemischte Lernpartnerschaften

Wie wir aus der Literatur und verschiedenen Studien wissen, verläuft die Arbeit in altersgemischten Teams nicht immer problemlos. Der Erfolg der altersgemischten Teams wird maßgeblich davon beeinflusst, wie sich die verschiedenen Altersgruppen gegenseitig wahrnehmen. Wichtig ist dafür zu sorgen, dass die Angehörigen der verschiedenen Altersgruppen miteinander reden anstatt übereinander. Ein Weg dahin könnte die Bildung von Lerntandems sein. Hierbei gehen ältere und jüngere Mitarbeiter Lernpartnerschaften ein, von denen beide Seiten nur profitieren können. Nicht nur in fachlicher Hinsicht, auch das gegenseitige Verständnis und damit die Teamfähigkeit wird dadurch gesteigert. Wenn Sie über die Einrichtung von Lerntandems nachdenken, könnte Ihnen die einschlägige INQA – Broschüre helfen. Sie können Sie als pdf-Datei herunterladen.

Lerntandem

Der INQA-Rückenkompass

Wenn ich mich in meinem Bekanntenkreis herumhöre, gibt es wohl kaum jemanden, der nicht schon einmal über Rückenprobleme geklagt hat. Der INQA-Rückenkompass stellt vier Methoden vor, mit denen die Belastung des Rückens am Arbeitsplatz untersucht werden können. Mein Rat (ich gebe zu, eine Binsenweisheit): Man kann nicht früh genug mit der Vorbeugung anfangen.

 

INQA Rückenkompass

Arbeitgeber und der demographische Wandel

Ein Nachschlag zu dem Beitrag zu gestern. Gestern erschien ein Artikel auf der Seite der INQA unter der Aufmachung: Demographische Entwicklung lässt viele Unternehmer kalt. Bezug genommen wird auf eine Studie der IHK Bonn/Rhein-Sieg. Befragt wurden 270 Unternehmen nach ihren Plänen zum Umgang mit dem demographischen Wandel in Deutschland. Wie wir und viele andere wissen, bleibt dieser ja nicht ohne Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt. Die Ergebnisse lassen den Verfasser dieser Zeilen die Stirne runzeln, denn

30,9 Prozent der Unternehmen rechnen laut Studie mit keinen direkten Auswirkungen der demographischen Entwicklung auf ihr Unternehmen.

Stirne runzeln ja, Verwunderung nein. Es ist offenbar ein Merkmal der menschlichen Spezies, Probleme erst dann wahrzunehmen, wenn man knietief in der Jauche steckt. Nachlesen können Sie dies und anderes in dem bemerkenswerten Klassiker von Dietrich Dörner: Die Logik des Mißlingens – Strategisches Denken in komplexen Situationen. Und so wird es wieder kommen: Überhastete Schnellschüsse, wenn es wieder zu spät ist.