Arbeit 4.0 aus Sicht der Arbeitssicherheit

Im Oktober durfte ich in Berlin an einer Tagung der Papieringenieure teilnehmen. Einer der Keynote-Speaker war Jens Koeppen MdB, der zum Thema Digitalisierung referierte. Herr Koeppen ist für dieses Thema sicher prädestiniert, ist er doch Vorsitzender des Ausschusses Digitale Agenda. Mir hat sein Vortrag gut gefallen, allerdings hat mir eine Definition oder zumindest eine Beschreibung des Begriffs “Digitalisierung” gefehlt. Ich bin mir nicht sicher, ob die Zuhörerinnen und Zuhörer eine Vorstellung hatten, was mit Digitalisierung überhaupt gemeint ist. Ich schließe mich hierbei nicht aus. Auch ich hätte gerne gewusst, was es mit dieser Digitalisierung auf sich hat.

Digitalisierung ist ein Grund dafür, dass sich in Zukunft unsere Art zu arbeiten, grundlegend verändern wird. Arbeit 4.0 heißt das Schlagwort für diese Entwicklung. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales beschäftigt sich schon länger mit dem Thema und hat sogar eine eigene Themenwebsite dazu eingerichtet. Auch an der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung geht das Thema nicht vorbei. Auf der Website der DGUV finden Sie dazu eine eigene Rubrik. Hier werden wichtige Aspekte der neuen Arbeit aus Sicht der Arbeitssicherheit behandelt:

  • Neue Technologien
  • Zeitliche und räumliche Flexibilisierung
  • Neue Beschäftigungsformen
  • Kompetenzerwerb
  • Kultur der Prävention und Führung

Wir können uns drehen und wenden, wie wir wollen, wir werden uns alle mit der Arbeit 4.0 beschäftigen müssen, gleich ob Führungskraft oder Arbeitnehmer. Aber auch für Sicherheitsfachkräfte wird es einige Veränderungen geben. Am besten Sie informieren sich frühzeitig, damit Sie nicht überrascht werden. Agieren ist besser als reagieren.

BTW: Eine erste Einführung in Arbeit 4.0 bieten die Vorträge von Johannes Kleske, auf die ich bereits an dieser Stelle hingewiesen hatte.

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[Foto von James Osborne [via pixabay], (CC0 Public Domain)]

Wo finde ich was? Das neue Regelwerk der DGUV

Ich hatte es schon bei meinem letzten Beitrag vermutet: Das Regelwerk der DGUV hat sich geändert. Anders gestaltet wurden beispielsweise die Struktur der Veröffentlichungen und die dazugehörigen Bezeichnungen. Die Veröffentlichungen sind nun unterteilt in:

  • DGUV Vorschriften
  • DGUV Regeln
  • DGUV Informationen und
  • DGUV Grundsätze

Ein Verzeichnis der Veröffentlichungen finden Sie in der Transferliste DGUV Regelwerk (Download pdf-Datei). Dort sind auch die Broschüren aufgelistet, die nicht mehr geführt werden. Leider ist bei den Publikationen, die „vom Markt genommen“ wurden, auch das eine oder andere nützliche Werk dabei. Ganz verschwunden sind diese aber noch nicht. In den Weiten des Internets gibt es noch die eine oder andere Behörden-Website, auf der Sie manche nicht mehr publizierte Broschüre finden können.

Es zahlt es sich manchmal aus, dass die Behördenmühlen langsam mahlen. 😉

DGUV Transferliste

 

Gefährdungsfaktoren im Büro

Manchmal lästern die Mitarbeiter im Büro über den eigenen Arbeitsplatz, wenn es um die Beurteilung von Gefährdungen geht: „Was soll uns schon passieren? Höchstens, dass wir mit der Kinnlade auf die Tischplatte fallen.“ Selbstironie hin oder her, auch im Büro gibt es allerhand Gefahren.

Zumindest so viel, dass die Gesetzliche Unfallversicherung eine eigene Information herausgegeben hat, die GUV-I 8713 mit dem Titel „Gefährdungs- und Belastungs-Katalog, Verwaltung, Büroräume (Bildschirmarbeiten)“.

Die Broschüre ist ein praxisnaher Leitfaden für das systematische Identifizieren von möglichen Gefährdungen im Bürobereich. Herunterladen können Sie die Broschüre als pdf-Datei zum Beispiel auf der Website der Martin-Luther-Universität Halle Wittenberg (pdf-Datei).

Auf der Website der DGUV ist diese Publikation leider nicht mehr erhältlich. Ich werde recherchieren, ob diese nützliche Schrift in der Zwischenzeit durch eine andere aktuellere ersetzt worden ist. Vielleicht weiß ein Leser mehr.

 

Lernprogramm zur Ergonomie

Kürzlich bat mich ein befreundeter Unternehmer um ein paar Tipps zur ergonomischen Gestaltung von Bildschirmarbeitsplätzen. Nun muss ich gestehen, dass Ergonomie nicht zu meinen Schwerpunkten gesteht. Aus diesem Grund habe ich etwas im Internet recherchiert und bin auf einen wirklich interessante Website gestoßen.

Die DGUV hat eine Lerneinheit für berufsbildende Schulen entwickelt: Stichwort Ergonomie. Sie finden dort alles Wissenswerte zum Thema wie Lernziele, getrennt nach Fach- und Methodenkompetenz, Lehrmaterialien, Hinweise für Lehrer, sowie eine Mediensammlung.

Die Website ist nicht nur für die Schule nützlich, sondern jeder Interessierte findet hier Informationen zur Gestaltung von Büroarbeitsplätzen in Hülle und Fülle. Die umfangreiche Linksammlung macht sie darüber hinaus zur idealen Startseite für weitergehende Recherchen.

 

Was tun bei psychisch belastenden Extremsituationen?

Kürzlich erzählte mir eine Sicherheitsfachkraft von einem sehr schweren Unfall eines Mitarbeiters. Drei Kollegen des Verunfallten waren als Ersthelfer vor Ort, um das zu tun, was ein Ersthelfer eben tut, nämlich erste Hilfe zu leisten. Allerdings waren die Folgen für die Kollegen erheblich, denn sie waren nach dem Ereignis allesamt traumatisiert mitsamt der entsprechenden Symptomatik. Sie mussten in eine langwierige Therapie. Gott sei Dank war die Reha erfolgreich, so weit man das absehen kann.

Für mich ein Anlass, ein wenig zum Thema zu recherchieren. Hier ist das, was ich zum Thema  „psychische belastende Extremsituationen“ gefunden habe:

  • Unfallkasse Berlin:
    Notfallmanagement nachpsychisch belastenden Extremsituationen am Arbeitsplatz (pdf)
  • Unfallkasse Post und Telekom:
    Betreuung von Mitarbeitern nach traumatisierenden Ereignissen,
    Informationen für Vorgesetzte (pdf) und Mitarbeiter (pdf)
  • INQA:
    Herausforderung berufsbedingte Traumatisierung (pdf)

Wenn Sie noch tiefer in die Materie eindringen möchten, dann empfehle ich Ihnen die Mediensammlung zum Thema Psychotrauma von der DGUV (pdf). Dort finden Sie eine große Anzahl von weiterführenden Links, die Sie im Dokument direkt anklicken können.

Mediendatenbank der DGUV neu überarbeitet

Laut einer Pressemitteilung hat die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) ihre Mediendatenbank komplett neu überarbeitet. Aus dem Text:

Im Bereich "Weitere DGUV-Medien" sind alle kostenlos erhältlichen Publikationen der DGUV abgebildet. Sie gliedern sich in Bereiche wie "Prävention", "Rehabilitation", "Berufskrankheiten" oder "Statistiken". […] Alle Veröffentlichungen dieses Bereichs sind weiterhin kostenlos als PDF erhältlich. Sie können über die Warenkorbfunktion der neuen Datenbank auch als Printexemplare bestellt werden.

Selbstredend werde ich mich dort etwas tummeln und für Sie recherchieren, was da Interessantes zum Thema “Psychische Belastung am Arbeitsplatz” zu bekommen ist.

Tweets von der Messe

Wie Sie vermutlich wissen, findet momentan in Leipzig die Messe “Arbeitsschutz aktuell” statt. Wenn Sie Mitglied der Twitterwelt sind, dann können Sie sich über Neuigkeiten von der Veranstaltung informieren lassen. Folgen Sie auf Twitter dem Fachmagazin “Arbeit und Gesundheit” der DGUV und Sie wissen Bescheid.

Vielleicht reicht das sogar aus, um so zu tun, als wären Sie dabei gewesen. Zwinkerndes Smiley

Vom Umgang mit psychischen Erkrankungen am Arbeitsplatz

Dr. Rolf Manz und Dr. Dirk Windemuth sind Arbeitspsychologen bei der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung. In einem Interview geben Sie Hinweise, wie Arbeitgeber mit psychischen Erkrankungen im Betrieb umgehen können (pdf-Datei). Vorgestellt wird in dem Gespräch das Konzept des „Disability Management“:

Ein Disability Manager ist ein Experte dafür, wie man verschiedene Hilfsangebote zusammenführen und dem Erkrankten letztendlich bei der Rückkehr in den Beruf helfen kann.
Auf einer eigenen Website der DGUV gibt es dazu mehr: Mit Disability Management in die Zukunft der Arbeit.