Wo finde ich was? Das neue Regelwerk der DGUV

Ich hatte es schon bei meinem letzten Beitrag vermutet: Das Regelwerk der DGUV hat sich geändert. Anders gestaltet wurden beispielsweise die Struktur der Veröffentlichungen und die dazugehörigen Bezeichnungen. Die Veröffentlichungen sind nun unterteilt in:

  • DGUV Vorschriften
  • DGUV Regeln
  • DGUV Informationen und
  • DGUV Grundsätze

Ein Verzeichnis der Veröffentlichungen finden Sie in der Transferliste DGUV Regelwerk (Download pdf-Datei). Dort sind auch die Broschüren aufgelistet, die nicht mehr geführt werden. Leider ist bei den Publikationen, die „vom Markt genommen“ wurden, auch das eine oder andere nützliche Werk dabei. Ganz verschwunden sind diese aber noch nicht. In den Weiten des Internets gibt es noch die eine oder andere Behörden-Website, auf der Sie manche nicht mehr publizierte Broschüre finden können.

Es zahlt es sich manchmal aus, dass die Behördenmühlen langsam mahlen. 😉

DGUV Transferliste

 

Share

Psychisch Krank im Job – Was tun?

Eine psychische Erkrankung ist leider immer noch ein Tabuthema in weiten Teilen der Gesellschaft. Während der Satz „Isch hab Rücken“ schon zu den Elementen kabarettistischen Einlagen gehört, kann man mit dem Satz „Ich bin depressiv“ kaum reüssieren. Martina Gauder hat in Ihrem Artikel „Wie sag ich’s dem Chef“ einen besonders heiklen Aspekt des Themas aufgegriffen: Wie soll man mit psychischen Erkrankungen im Betrieb umgehen?

Bevor man allzu offen sein Herz auf der Zunge trägt, möge man die arbeitsrechtlichen Aspekte der Offenlegung der Erkrankung vor dem Arbeitgeber bedenken. Wie die Prognose der Heilungschancen aussieht, ist dabei nicht unerheblich.

Gute Hinweise gibt auch der Ratgeber „Psychisch krank im Job. Was tun?“, der vom Dachverband der BKK herausgegeben wurde. Sie können ihn kostenlos beim Psychiatrienetz als pdf-Datei herunterladen.

Psychisch Krank, was nun

Share

Handlungsempfehlungen: Länger leben – länger arbeiten

Die Informationen über den demographischen Wandel und den angebliche einhergehenden Mangel junger Fachkräfte sind höchst widersprüchlich. Der demographische Wandel ist unbestritten, doch die Meinungen über die damit verbundenen Konsequenzen gehen weit auseinander und spiegeln eher die ideologische Verortung der Diskussionsteilnehmer wider.

Tatsache ist, dass unsere verantwortlichen Politiker grundsätzlich die längere Lebensarbeitszeit befürworten, die Umsetzung im Alltag aber irgendwie von den Betreiben geleistet werden soll. Viele besonders kleinere Unternehmen sind folgerichtig auch  etwas ratlos und warten erst einmal ab. Ob das der richtige Weg ist, scheint mir eher zweifelhaft.

Karin Haist, Birte Petersen und Lisa Veyhl haben im Auftrag der Körber – Stiftung eine Broschüre mit Handlungsempfehlungen für Unternehmen erarbeitet. „Länger leben – länger arbeiten“ heißt sie und kann als pdf-Datei kostenlos heruntergeladen werden.

Sie finden in der Broschüre tatsächlich eine Reihe Tipps, die auch von mir als Demografie-Lotsen hätten stammen können. 😉
Es gibt auch eine Reihe von Praxisbeispielen und, was das Schöne ist, nicht nur von den üblichen Großkonzernen, sondern auch von den kleinen und mittleren Betrieben.

Die Körber – Stiftung hat auch eine einschlägige Website zur Thema „Demographischer Wandel“: „Alter neu erfinden“ ist ihr Titel. Dort gibt es eine Fülle weiterführender Links für die eingehende Recherche.

[via Blog der Becker – Stiftung]
Share

Studie: Multitasking und Arbeitsunterbrechungen in der Pflege

Vor einigen Monaten hatte ich in diesem Weblog auf die lesenswerte Broschüre von A. Baethge und T. Rigotti „Arbeitsunterbrechungen und Multitasking“ hingewiesen: Das Märchen vom “Multitasking”. Von den gleichen Autoren stammt auch eine Tagebuchstudie, in der die „Auswirkung von Arbeitsunterbrechungen und Multitasking auf Leistungsfähigkeit und Gesundheit“ untersucht wurden (Download der gleichnamigen Broschüre im pdf-Format).

Wenn Sie sich nicht durch den spröden wissenschaftlichen Text durcharbeiten, sondern gleich erfahren möchten, welche Tipps die Autoren zur Vermeidung von Fehlbelastungen durch Unterbrechungen geben, dann empfehle ich Ihnen die Handlungsanleitung  „Bitte nicht stören!„. Diese Schrift stammt ebenfalls von der BAuA und ist hier per Download als pdf-Datei erhältlich.

BAuA_Multitasking_Studie

BAuA_BitteNichtStören

 

 

Share

Der Methodenkasten für Ihre Demographiearbeit

Während Großunternehmen schon längst ihre Maßnahmen zum demographischen Wandel durchführen oder zumindest in der Schublade haben, tun sich kleine und mittlere Unternehmen (KMU) mit dem Thema immer noch schwer. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales hat nun einen Projektbericht (was sonst?) veröffentlicht, in dem die Werkzeuge für die betriebliche Demographiearbeit systematisiert werden: Instrumentenkasten für eine altersgerechte Arbeitswelt in KMU.

. Die Broschüre gibt einen Überblick über Tools auf den Handlungsfeldern

  • Gesundheit und Leistungsfähigkeit
  • Kompetenz
  • Werte, Einstellung, Motivation
  • Arbeit, Arbeitsorganisation, Führung

Als Sicherheitsingenieur kann ich mich über die Publikation nur teilweise freuen.

Ab S. 73 werden auch Maßnahmen zum gesetzlichen Arbeits- und Gesundheitsschutz beschrieben. Hier werden als Instrumente aufgeführt (S. 74):

  • Schulung von Beschäftigten und Führungskräften
  • Weiterbildung von Sicherheits- und Gesundheitsbeauftragten
  • Hinweisschilder an Arbeitsplätzen

Wie man sieht, wird hier wieder einmal die Maßnahmenhierarchie auf den Kopf gestellt. Anstatt an den Gefahrenquellen zu arbeiten, zäumt man das Pferd von hinten auf. Nichts gegen Maßnahmen auf der Appellebene, aber es soll Firmen geben, wo Mitarbeiter schon totgeschult wurden. Und Hinweisschilder á la “Achtung – Burnoutgefährdete Zone” kann ich mir gar nicht vorstellen.

Ein bisschen hilflos, das Ganze.

Es wäre hilfreicher gewesen, erst einmal den Handlungskreislauf vorzustellen und dann zu beschreiben, wie einzelne Maßnahmen zu welchem Handlungsschritt passen. Übrigens: Der Handlungskreislauf passt nicht nur für den Arbeitsschutz, sondern auch für andere Felder der Organisationsentwicklung.

forschungsbericht424

Share

Zukunftstrends im Arbeitsmarkt

Die Mitarbeiter in den Autowerkstätten können ein Lied davon singen. Die meisten Autofahrer lassen erst dann die Winterreifen aufziehen, wenn die ersten Schneeflocken fallen. Und dann müssen in aller Hektik Termine vereinbart werden. Dabei kommt die Winterzeit in den seltensten Fällen überraschend. Die Winterzeit ist durchaus vorhersehbar und somit hätte der Reifenwechsel rechtzeitig eingeplant werden können.

Offensichtlich ist es menschlich, dass wir erst dann auf Probleme reagieren, wenn wir bereits bis zum Knöchel in der Jauche stecken. Zumindest bei den Themenfeldern “Psychische Belastungen” und “Demographische Entwicklung” kommt es mir so vor. Wir alle, also auch die Verantwortlichen in den Unternehmen, wissen, dass sich da etwas zusammenbraut. Und dennoch ist die Bereitschaft nur begrenzt vorhanden, Schritte in die richtige Richtung zu unternehmen und proaktiv die kommenden Herausforderungen anzugehen.

Dabei kann keine/r sagen, er/sie hätte nichts gewusst. Eine schier unübersehbare Anzahl frei erhältlicher Broschüren und Projektberichte beschäftigen sich mit den o. a. Themen. So hat die INQA eine ansprechende Broschüre veröffentlicht, auf der die wichtigsten Trends in der Arbeitswelt und ihre Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt beschrieben werden: Wie Zukunftstrends unseren Arbeitsmarkt verändern. Sie können die Broschüre kostenlos als pdf-Datei herunterladen.

INQA_Zukunftstrends

Share

Schriften zum Thema “Führung und psychische Gesundheit”

Für einen Workshop recherchiere ich gerade im Internet zum Thema “Führung und psychische Gesundheit”. Natürlich will ich meinen Leserinnen und Lesern die Ausbeute nicht vorenthalten. Hier die Liste der Schriften, auf die ich bisher gestoßen bin:

Die Liste ist schon relativ lang, aber sicher nicht vollständig und wird von mir von Zeit zu Zeit ergänzt. Außerdem werde ich die eine oder andere Publikation in diesem Blog näher vorstellen. Wenn Sie eine andere Quelle zum Thema kennen, hinterlassen Sie doch bitte einen Kommentar. Ich bin für Hinweise stets dankbar.

Share

Broschüre: Psychische Gesundheit im Betrieb

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales hat eine arbeitsmedizinische Empfehlung zur psychischen Gesundheit im Betrieb veröffentlicht: Psychische Gesundheit im Betrieb – Arbeitsmedizinische Empfehlung.

Die Schrift wendet sich in erster Linie an Betriebsärzte. Aus meiner Sicht besonders interessant ist das Kapitel “(Früh)diagnostik – Erkennen von Gefährdungen für den Erhalt psychischer Gesundheit im Betrieb”. Dort lesen wir:

Es sind Mitarbeitergruppen mit vergleichbaren Arbeitsaufgaben zu betrachten und nicht das Individuum. Zu den zu beurteilenden Kontextbedingungen gehören auch die psychischen Belastungen, wie sie z. B. in der Bildschirmarbeitsverordnung explizit festgehalten sind. Als psychische Belastung ist „die Gesamtheit aller erfassbaren Einflüsse, die von außen auf den Menschen zukommen und psychisch auf ihn einwirken“ definiert.

und an anderer Stelle…

Verhaltenspräventive Maßnahmen greifen jedoch zu kurz, wenn es darum geht, potentielle Stressoren, die mentale Fehlbeanspruchungen nach sich ziehen können (wie z. B. hohes Arbeitsaufkommen bei gleichzeitig sehr starkem Zeitdruck), in der psychosozialen Arbeitsumwelt zu optimieren. Die Grundlage hierfür wird durch Maßnahmen auf der organisatorischen Ebene geschaffen (Verhältnisprävention) mit denen sich auch Faktoren wie Motivation und Produktivität und nicht zuletzt die Arbeitszufriedenheit nachhaltig positiv beeinflussen lassen.

Klare Ansage, gefällt mir.

PsychischeGesundheitImBetrieb

[via INQA]

Share

BGHW – Handbuch “Psychische Belastungen am Arbeitsplatz”

Die Berufsgenossenschaft Handel und Warendistribution hat ein neues Handbuch veröffentlicht: “Psychische Belastungen am Arbeitsplatz” (Download pdf-Datei). Aus der Inhaltsbeschreibung:

Auch Beschäftigte können – über die vom Arbeitgeber veranlassten Maßnahmen hinaus – selbst einiges dafür tun, damit es erst gar nicht zu solchen Beeinträchtigungen kommt. Das neue BGHW-Handbuch "Psychische Belastung am Arbeitsplatz" soll sensibilisieren sie dabei unterstützen, mit psychischen Belastungen konstruktiv umzugehen.
Hier finden Beschäftigte anschauliche Beispiele für die häufigsten Ausprägungen psychischer Belastung mit exemplarischen Beschreibungen schwieriger Arbeitssituationen sowie eine Vielzahl von Tipps und Übungen, mit denen man der Stressfalle entkommt.

Sie merken schon, es handelt sich um ein Handbuch zur Verhaltensprävention, und so finden Sie zur Verhältnisprävention auch nicht viel, eigentlich gar nichts. Insofern finde ich auch den Titel des Handbuch zumindest unglücklich. Denn hier geht es eigentlich gar nicht um Belastungen im engeren Sinn, sondern um den Menschen mit seinen Leistungsvoraussetzungen, der auf diese reagiert.

Wahrscheinlich bin ich aber auch nur ein alter unverbesserlicher Beckmesser.

BGNWHandbuchPsy

Share

Die Arbeitsfähigkeit erhalten und fördern

Heute ging der zweite Tag meiner Ausbildung zum INQA – Demographielotsen zu Ende. Besprochen wurde u. a., wie die Arbeitsfähigkeit älterer Mitarbeiter erhalten und gefördert werden kann. Zu diesem Thema hat die INQA eine Informationsbroschüre veröffentlicht: Arbeitsfähigkeit erhalten und fördern. Wie immer können Sie die Schrift als pdf-Datei herunterladen.

Aus dem Inhalt:

  1. Demographischer Wandel und Arbeitswelt
  2. Was Betriebe tun können
  3. Der Blick in die Betriebe (Chancen und Blockaden)
  4. In fünf Schritten zu einer Demographiestrategie

INQA-Arbeitsfähigkeit

Share