Für Betriebsräte: Die Arbeitsstättenverordnung

Eine wichtige Rolle spielt in Belangen der Arbeitssicherheit der Betriebsrat. Gerade bei der Bekämpfung von psychischen Fehlbelastungen könnte er das Thema im Unternehmen vorantreiben. Leider nehmen sich viele Betriebsräte dieser Aufgabe nicht immer so an, wie es wünschenswert wäre, aus welchen Gründen auch immer. Eine wichtige Voraussetzung für die konstruktive Einflussnahme sind ausreichende Kenntnisse auf dem Gebiet des Arbeitsschutzes. Daher weise ich auf einen Artikel hin, der auf der Website des Bund-Verlags erschienen ist: Das müssen Betriebsräte jetzt wissen. Der Artikel ist eher als Anreißer gedacht. Wenn Sie sich genauer informieren wollen, dann empfehle ich Ihnen wie die Autoren des o.a. Artikels die entsprechenden Seiten der BAuA.

Wenn wir gerade dabei sind…

Gerade auch für Betriebsräte hält die BAuA nützliche Informationen bereit. Zum Beispiel diese:

Damit keiner sagt, er/sie hätte es nicht gewusst.

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Tipps zum alte(rn)sgerechten Arbeiten

In Anbetracht des Fachkräftemangels, der uns von vielen Seiten prophezeit wird, wundert es mich ein wenig, dass die Betriebe dem demographischen Wandel so wenig Aufmerksamkeit schenken. Nein, ich meine nicht die großen Konzerne, die ihre Pläne für altersgerechtes Arbeiten schon umsetzen oder zumindest in der Schublade haben. Ich rede hier von kleinen und mittleren Unternehmen, die offenbar wieder einmal so lange warten, bis das Kind in den Brunnen gefallen ist.

Auch wenn dieser Tage viel von Ausbildungsoffensive gesprochen wird, so stellt dies nur eine Lösung von vielen dar. Eine andere wäre, auch ältere Beschäftigte länger im Arbeitsverhältnis zu halten. Dazu gehört natürlich, dass man die Arbeitsplätze so gestaltet, dass sie für ältere Arbeitsnehmer auch geeignet sind. Als Minimum gehört dazu, dass diese frei von psychischen Fehlbelastungen sind. Um herauszubekommen, ob dies tatsächlich so ist und um ggf. geeignete Maßnahmen zu ergreifen, diese zu beseitigen, böte sich eine Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen an. Aber die führen ja ohnehin schon alle Firmen durch, schließlich sind sie ja vorgeschrieben oder?

Eine gute Einführung in das Thema “alter(ns)gerechtes Arbeiten” bietet auch eine einschlägige Schrift der BAuA: Alterns- und altersgerechte Arbeitsgestaltung. Grundlagen und Handlungsfelder für die Praxis. Autor I. Mühlenbrock gibt einen umfassenden Überblick zu den Handlungsfeldern:

  1. Bedeutung und Hintergrund
  2. Gestaltungsfeld “Arbeitsaufgabe”
  3. Gestaltungsfeld “Arbeitsorganisation”
  4. Gestaltungsfeld “Soziale Beziehungen”
  5. Gestaltungsfeld “Arbeitsumgebung”
  6. Gestaltungsfeld “Betrieblicher Kontext”

Sie sehen, dass die Punkte 2 bis 4 Themenfelder sind, die auch von der Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen erfasst werden. Betriebe können also zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Sie bedienen Themen des Arbeitsschutzes und des demographischen Wandels.

Sie können die Broschüre kostenlos als pdf-Datei herunterladen.

BAuA_Demographie

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Buchempfehlungen von der BAuA

Das Institut für Soziologie an der TU Chemnitz hat sich eingehend mit dem Thema “Zeit- und Leistungsdruck” beschäftigt und die Ergebnisse der Studien in einem Buch unter ebendiesem Titel veröffentlicht. Sie finden eine ausführliche Beschreibung des Inhalts auf der Website der BAuA. Dort werden Sie auch auf eine Seite verwiesen, wo Sie den Inhalt online einsehen können. Über eine ähnliche Thematik berichten Forscher vom Institut für sozialwissenschaftlichen Forschung in München: “Zeit- und Leistungsdruck bei Wissens- und Interaktionsarbeit” (Hinweis BAuA). Die online-Version finden Sie hier.

Leichte Kost ist das alles nicht. Wissenschaft soll ja auch nicht von allen verstanden werden. 😉

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Sicherheit im privaten Haushalt: Das sichere Haus

Wider Erwarten ist es gar nicht so einfach, verlässliche Daten zum Unfallgeschehen in Deutschland zu bekommen. Ein erster Startpunkt ist eine entsprechende Seite der BAuA: Unfalltote und Unfallverletzte 2013 in Deutschland. Erschreckend ist die hohe Zahl der Unfälle, die im Bereich „Heim und Freizeit“ geschehen. Dass dazu lediglich Schätzungen abgegeben werden können, ist mir ehrlich gesagt unverständlich.

Wie auch immer, der Verhütung von Unfällen in privaten Haushalten ist eine eigene Website des Deutschen Kuratoriums für Sicherheit in Heim und Freizeit e.V. (DSH) gewidmet: Das sichere Haus.
Unter den Rubriken:

  • Kinder
  • Haushalt
  • Freizeit
  • Heimwerken
  • Senioren
  • Pflegende Angehörige

finden Sie umfangreicht Informationen zur erfolgreichen Prävention im privaten Bereich. Es besteht auch die Möglichkeit, entsprechende Broschüren kostenlos zu beziehen.

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Der Einfluss der Führung auf die Gesundheit der Mitarbeiter

Die Behauptung, dass die Führung einen bedeutenden Einfluss auf das psychische Wohlbefinden der Mitarbeiter hat, dürfte wohl nicht mehr bestritten werden. Unter dem Dach der BAuA haben drei Forschungsteams den Einfluss der Führung näher untersucht. Die Ergebnisse der Arbeit wurden in der Publikation „Rewarding and sustainable healthpromoting leadership“ zusammengefasst, die Sie als pdf-Datei kostenlos herunterladen können.
Leider ist der Text in englischer Sprache verfasst, es gibt aber eine umfangreiche deutsche Zusammenfassung.

Wie immer handelt es sich bei dem Bericht um BAuA-übliche schwere wissenschaftliche Kost. Wer es leichter verdaulich haben möchte, dem sei die Seite „Managementführung“ bei der EU-OSHA empfohlen.

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Arbeiten, wenn andere frei haben

Wir alle freuen uns, wenn wir mit der Familie und/oder Freunden unsere freien Tage genießen können. Wir genießen die Zeit im Kino, beim Konzert oder in einem schönen Restaurant.

Nun gibt es eine Vielzahl von Berufen, deren Grundlage gerade die Freizeit der Anderen ist. Menschen im Gastgewerbe, in den Themenparks oder in anderen Bereichen der Freizeitindustrie haben Ihre Stoßzeiten dann, wenn andere frei haben. Aber auch andere Berufe sind von Wochenendarbeit u. ä. betroffen: Mitarbeiter in sozialen Berufen, im Gesundheitsbereich oder im Verkehrswesen, um nur ein paar zu benennen.

Ein Factsheet der BAuA beleuchtet die Besonderen Arbeitsverhältnisse dieser Menschen: Arbeiten, wenn Andere frei haben.

Grundlage für das Factsheet war eine Befragung von Betroffenen zur Wochenendarbeit. Dabei zeigte sich, dass „Wochenendarbeitende körperlich und emotional stärker erschöpft sowie in der Gestaltung ihres Privatlebens eingeschränkter sind als Nicht-Wochenendarbeitende„.

Wie immer bei diesen Factsheets finden Sie die wesentlichen Informationen in einer kompakten Übersicht zusammengefasst auf einem einzelnen Blatt. Sie können das Factsheet als pdf-Datei hier kostenlos herunterladen.

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Workshop zur organisationalen Resilienz

Immer wieder fällt in Diskussionen, die psychische Belastungen zum Thema haben, der Ausdruck „Resilienz“. Laut Wikipedia versteht man unter Resilienz

die Fähigkeit eines Systems, mit Veränderungen umgehen zu können. Systeme müssen nämlich von innen oder außen kommende Störungen ihres Zustandes ausgleichen oder unter Aufrechterhaltung ihrer Systemintegrität ertragen.

Ach Organisationen sind Systeme und so scheint es folgerichtig, dass Resilienz auch in diesem Kontext betrachtet wird. Zu diesem Zweck trafen sich im Februar Fachleute aus Theorie und Praxis zu einem Workshop „Organisationale Resilienz – Nutzen für den Arbeitsschutz“.

Auf der Website der BAuA finden Sie einige Ergebnisse der Tagung zum freien Download. Der Vortrag von Eberhard Guntrum „Resilienz – Alter Wein in neuen Schläuchen?“ fehlt leider in der Sammlung. Er hätte mich besonders interessiert. Schade.

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Erkenntnisse zum Thema Multitasking

Eile mit Weile

lautet ein altbekanntes Sprichwort. An dieser Aussage scheint wohl was dran zu sein, denn Sie finden es in verschiedenen Abwandlungen in allen Kulturen der Welt.

Dennoch hält sich hartnäckig das Gerücht, man könne viele Dinge parallel, quasi gleichzeitig erledigen. „Multitasking“ heißt das Zauberwort. Welchen Einfluss das simultane Arbeiten auf die Fehlerhäufigkeit hat, haben Forscher der BAuA in einer Studie untersucht. Die Ergebnisse finden Sie auf der Website der BAuA: Multitasking und Auswirkungen auf die Fehlerverarbeitung (pdf).

Untersucht wurden (Zitat):

  • ob multitaskingbedingte Reaktionsveränderungen durch Indikatoren der bioelektrischen Hirnaktivität zu objektivieren sind?
  • ob während der PC-Arbeit eine effiziente Fehlerdetektion und -verarbeitung gewährleistet werden kann, wenn zugleich Inhalte gesprochener Sprache zu verarbeiten sind?

Multitasking

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Factsheets von der BAuA

Nomen est omen.

Factsheets heißen bezeichnenderweise die Dokumente, wo in knapper Form auf ein oder zwei Seiten Zahlen, Daten, Fakten zu einem bestimmten Thema dargestellt sind. Im Rahmen der BIBB/BAuA-Erwerbstätigenbefragung 2012 hat auch die BAuA solche Factsheets  publiziert. Ich möchte besonders hinweisen auf die Factsheets

  • 01: Zeitdruck & Co – Arbeitsbedingungen mit hohem Stresspotenzial (pdf-Datei)
  • 04: Arbeiten ohne Unterlass? – Ein Plädoyer für die Pause (pdf-Datei)

Auch die European Agency for Safety and Health at Work (EU-OSHA) gibt solche Factsheets heraus. Auf der Website der Agentur finden Sie eine entsprechenden Übersicht.

Wenn Sie sich schnell informieren wollen, sind diese Factsheets die richtige Wahl:
Das Wesentliche kurz und knapp auf den Punkt gebracht.

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Studie: Multitasking und Arbeitsunterbrechungen in der Pflege

Vor einigen Monaten hatte ich in diesem Weblog auf die lesenswerte Broschüre von A. Baethge und T. Rigotti „Arbeitsunterbrechungen und Multitasking“ hingewiesen: Das Märchen vom “Multitasking”. Von den gleichen Autoren stammt auch eine Tagebuchstudie, in der die „Auswirkung von Arbeitsunterbrechungen und Multitasking auf Leistungsfähigkeit und Gesundheit“ untersucht wurden (Download der gleichnamigen Broschüre im pdf-Format).

Wenn Sie sich nicht durch den spröden wissenschaftlichen Text durcharbeiten, sondern gleich erfahren möchten, welche Tipps die Autoren zur Vermeidung von Fehlbelastungen durch Unterbrechungen geben, dann empfehle ich Ihnen die Handlungsanleitung  „Bitte nicht stören!„. Diese Schrift stammt ebenfalls von der BAuA und ist hier per Download als pdf-Datei erhältlich.

BAuA_Multitasking_Studie

BAuA_BitteNichtStören

 

 

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