Psychisch krank durch die Arbeit?

Ein kurzer Beitrag auf dem Website von Haufe, der dieser Tage erschienen ist, trägt den Titel:  Wenn Arbeit psychisch krank macht. Besonders informativ finde ich den Artikel nicht, allerdings ist mir die Überschrift eines Absatzes besonders ins Auge gefallen:

Arbeitsschutz ist ein Risikofaktor.

Nanu, dachte ich und rieb mir verwundert die Augen. Arbeitsschutz soll ein Risikofaktor sein. “Weiterlesen” lautet eines der wichtigsten Gebote des Juristen, dem ich auch sofort gefolgt bin. In dem Abschnitt heißt es:

Einen weiteren Risikofaktor sehen die Wissenschaftler des Forschungsprojekts im Arbeitsschutz. Er kommt den Entwicklungen der Arbeitswelt nicht hinterher. Dies hat zur Folge, dass zwar das Sicherheitsdenken in der Produktion inzwischen gut ausgeprägt ist, der Präventionsgedanke jedoch in fast allen Branchen oft vernachlässigt wird. Außerdem findet das Thema psychische Belastungen bisher fast nirgends Akzeptanz.

Hier wird wohl einiges durcheinander gebracht. Deshalb die Klarstellung:

  1. Der Arbeitsschutz ist kein Risikofaktor, sondern dient der Vorbeugung. Das gilt auch für die Prävention bez. psychischer Fehlbelastungen. Somit ist es Teil des Arbeitsschutzes, sich mit psychischen Belastungen am Arbeitsplatz auseinander zu setzen.
  2. Der Arbeitsschutz kommt den  Entwicklungen durchaus hinterher. Es gibt unzählige Handreichungen und Broschüren zum Thema. Herausgeber sind Ministerien, Berufsgenossenschaften, Krankenkassen usw. M. E. gibt es mittlerweile so viel davon, dass man den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sieht und in der Informationsflut zu ertrinken droht.
    Außerdem ist der Umgang mit psychischen Belastungen auch im Gesetz geregelt. Hier zum Beispiel.
  3. Der Präventionsgedanke wird nicht allgemein vernachlässigt, sondern in erster Linie bei den psychischen Belastungen. Der Arbeitsschutz bei physischen Belastungen ist m. E. sogar sehr gut ausgeprägt. Nicht nur in der Produktion, sondern auch bei den Bürotätigkeiten.
  4. Dass das “das Thema psychische Belastungen bisher fast nirgends Akzeptanz” findet, kann ich allerdings bestätigen. Der Gründe gibt es viele:
    • Fehlende Akzeptanz “weicher” Faktoren
    • Annahme, psychische Belastung könnten nicht “gemessen” werden
    • Angst vor der Konsequenz aus den Ergebnissen
    • Fehlende Sanktionierung
    • und vieles mehr

Man möge mich der Erbsenzählerei bezichtigen, aber ich denke, manchmal müssen Dinge schon zurechtgerückt werden.

Warum Frauen in der Regel länger als Männer leben (Achtung, Ironie!)

Die Macher des Weblogs haben unter dem Titel „20 Reasons Why Women Live Longer Than Men“ Fotos zusammengetragen, bei denen man nicht weiß, ob man lachen oder weinen soll.

Mann kann nur hoffen, dass diese Manöver für alle Beteiligten gut ausgegangen sind. Dann hätten sie wenigstens die Chance gehabt, aus ihren Dummheiten zu lernen.

Der Unterschied zwischen Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit

Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit werden immer wieder synonym benutzt. Dennoch sind die Begriffe nicht das gleiche. Worin die Unterschiede bestehen erklärt Götz Kluge: Unterschied zwischen Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit. Danke für die Klarstellung.

Wie gut kennen Sie den Arbeitsschutz? Ein Quiz

Sie kennen sicher die Fragespielchen, die Sie in den Zeitschriften im Wartezimmer beim Friseur oder beim Arzt finden. “Welche Sommerfrisur passt zu Ihnen?” oder “Können Sie mit Geld umgehen?”, sind die Themen dieser netten Übungen zum Zeitvertreib. So in etwa sollte man auch das Quiz betrachten, dass vor einiger Zeit in der Zeit online zu finden war: Wie gut kennen Sie die Vorschriften über Arbeitsschutz? In dem Quiz werden Ihnen zehn Fragen quer durch den Gemüsegarten des Arbeitsschutz gestellt. Unter drei Möglichkeiten können Sie diejenige Antwort anklicken, die Ihnen richtig erscheint. Am Ende bekommen Sie dann Ihr Ergebnis angezeigt.

Wie bitte? Nein, ich habe nicht alles richtig beantwortet:

Wie der demographische Wandel die Personalarbeit verändert

Der demographische Wandel verändert auch die Personalarbeit. Folgerichtig lautet auch der Untertitel der Broschüre “Personalarbeit im (demografischen) Wandel”:  Von der Sachbearbeitung zur Beschäftigtenförderung. In der Schrift geht es darum, inwieweit das klassische Personalwesen mit neuen Aufgaben und einem anderen Rollenverständnis die kommenden Herausforderungen meistern kann. Ein Kapitel widmet sich dem Instrumentarium einer zukunftsfähigen Personalarbeit. Beschrieben werden u. a.:

  • Arbeitsplatzanalyse und Stellenbeschreibungen
  • Analyse der Altersstruktur
  • Erstellung einer Kompetenzbilanz

Die Schnittmengen zur Arbeitssicherheit sind offensichtlich, insbesondere bei der Arbeitsplatzanalyse. Hier wird einmal mehr deutlich, dass auch die “klassische” Arbeitssicherheit neue Wege beschreiten muss. Auch die Sicherheitsfachkräfte müssen in Zukunft die besonderen Bedürfnisse älterer Arbeitnehmer im Auge behalten. Die innerbetriebliche interdisziplinäre Zusammenarbeit ist mit Sicherheit ein Schlüsselfaktor erfolgreicher Personalarbeit für zukunftsfähige Unternehmen.

Die Broschüre wird herausgegeben von der TBS gGmbH Rheinland-Pfalz.

 

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Arbeitssicherheit beim Bau der Golden Gate Bridge

Eines der schönsten Bauwerke, die ich in meinem Leben bewundern durfte, ist die Golden Gate Bridge in San Francisco. Konstruktion und Bau der Brücke sind sicherlich als technische Meisterleistung zu betrachten, gerade auch während der herrschenden Strömung. Beim Stöbern auf YouTube bin ich auf ein interessantes Video gestoßen, das die Arbeitssicherheit während des Baus thematisiert. Hochinteressant und spannend.

 

Arbeitssicherheit beim Bau der Golden Gate Bridge