Vom richtigen Sitzen

Mittlerweile gibt es Experten, die bezeichnen das Sitzen als “das Tabakrauchen” unserer Zeit. Tatsächlich werden unsere Bürotätigkeiten oft im Sitzen ausgeführt und dass Besprechungen oft auch als “Sitzungen” bezeichnet werden, hat sicher auch seine Gründe.

Sitzen führt oft dazu, dass wir uns zu wenig bewegen, was u. U. Herz-Kreislauferkrankungen nach sich ziehen kann, aber auch das Sitzen selbst kann zu Problemen führen. Welche Beschwerden auftreten können, warum das so ist und wie wir ihnen vorbeugen können zeigt eine Infografik: Don’t Just Sit There.

Hier wird Ihnen kurz und knapp aufgezeigt, welche Fehlhaltungen beim Sitzen auftreten können, welche Folgen das haben kann. Sie erfahren, wie Sie richtig sitzen und welchen Übungen Sie machen können, um sich zu dehnen und die entsprechenden Muskeln zu trainieren.

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Wie Sie im Büro mit Panikattacken umgehen können

Panikattacken sind ein Phänomen, das in den letzten Jahren immer häufiger zu beobachten ist. So eine Attacke kommt urplötzlich ohne äußeren Anlass und ist mit starken körperlichen Angstsymptomen verbunden. Sie werden von den Betroffenen als äußerst bedrohlich wahrgenommen. Auf Dauer können sie zu einer erheblichen Einschränkung der Lebensqualität führen.

Panikattacken können tatsächlich aus heiterem Himmel an allen Orten eintreten, so auch am Arbeitsplatz. Wie man damit umgehen kann hat Meredith Feinman in Ihrem Artikel “I suffer from panic attacks, but won’t let them destroy my life or work” beschrieben. Ihre Tipps:

  • Offener Umgang mit dem Problem
  • Etwas essen
  • Die Auslöser kennen
  • Die Attacke ist nicht so sichtbar, wie man denkt
  • Sich helfen lassen

Ich denke, der letzte Tipp ist der wertvollste. Oft meinen die Betroffenen, sie stünden mit ihren Angststörungen allein da auf der Welt. Dem ist nicht so. Ärzte und Therapeuten kennen das Problem und können helfen. Allerdings muss man über seinen Schatten springen und die Hilfe auch in Anspruch nehmen.

[via Lifehacker]

 

Brauchen wir eine Anti-Stress-Verordnung?

Heute Abend zitierte Spiegel online unsere Kanzlerin mit den Worten

Ich stehe einer Anti-Stress-Verordnung sehr kritisch gegenüber.

Diese Äußerung fiel in einem Video-Interview mit dem Verband deutscher Unternehmerinnen.

Wen dem so ist, dann haben wir beide etwas gemeinsam. ;-)
Auch ich halte von einem zusätzlichen Gesetz nicht besonders viel. Allerdings sind unsere Gründe dafür unterschiedlich.

In den letzten Jahren meine ich zu beobachten, dass der Ruf nach neuen Gesetzen sofort erschallt, wenn in der Öffentlichkeit eine neue Sau durchs Dorf getrieben Missstand diskutiert wird. Das trifft nicht nur auf die Arbeitssicherheit zu, sondern auf nahezu alle Gebiete des öffentlichen Lebens. Ein Gesetz ist schnell geschrieben und kostet nicht allzu viel.

Wohlgemerkt, wir reden von der Verabschiedung eines Gesetzes, nicht von seiner Umsetzung. Da wird das ganze schon etwas teurer.

Denn der Engpass liegt m. E. nicht in der Menge von Gesetzen, Verordnungen oder Vorschriften, sondern in der Kontrolle derselben. Papier ist geduldig, Vertrauen gut, Kontrolle aber besser.

Und genau daran hapert es. Ich meine, bevor man neue Gesetze auf den Markt wirft, sollte man eher dafür sorgen, dass die bereits bestehenden umgesetzt werden.

Ich weiß, ein neues Gesetz ist billiger…

 

Mitmachen im ZDF: Muss man Stress verbieten?

Momentan sitze ich staunend vor dem Bildschirm und schaue zu, wie momentan medial die Wogen hoch kochen. Auslöser war wohl ein Weckruf der gesetzlichen Krankenkassen zu den steigenden Zahlen psychischer Erkrankungen in Deutschland. Und ja, auch der Stress am Arbeitsplatz wurde von den Vertretern der Kassen genannt. Dazu später mehr, wenn sich der Pulverdampf etwas verzogen hat.

Am Mittwoch, den 10. September gibt es bei ZDF info in der Reihe “ZDF log in” eine Live-Sendung mit dem Titel “Muss man den Stress verbieten?” Hier der Trailer zur Sendung:

Das Interessante an dem Sendeformat ZDF log in zeigt die Beschreibung:

Bei log in geht es um eure Meinung! Vor und während der Live-Sendung sammelt die log in-Redaktion eure Fragen, Meinungen und Kommentare: hier im Blog, bei Google+, Facebookund bei Twitter mit dem Hashtag #ZDFlogin. Ausserdem könnt ihr imLive-Chat mitmischen.

Also nichts wie ran an den Bildschirm und mitgemacht. Ich bin gespannt!

 

Wie Sie Ihr Büro planen

Heute bin ich bei der Recherche über einen Artikel von Elaine Viebrock gestolpert, in dem Sie Hinweise gibt, welche Vorüberlegungen wir bei der Planung von Büroräumen anstellen sollten: Was jeder bei der Planung eines Büros bedenken sollte. Die Kernaussagen des Beitrags finden Sie auch in einer hübsch gemachten Infografik.

Büro-Hölle

 

 

 

 

 

 

 

 

Wenn Sie weitergehende Hilfe bei der Planung Ihres Büros benötigen, empfehle ich Ihnen die BGI 5050 (pdf). Ebenfalls von der Verwaltungs-BG stammt auch ein interaktives Programm zur Planung von Büroräumen. Hier können Sie ein mit den verschiedenen Möglichkeiten herumspielen.

 

Arbeiten, wenn andere frei haben

Wir alle freuen uns, wenn wir mit der Familie und/oder Freunden unsere freien Tage genießen können. Wir genießen die Zeit im Kino, beim Konzert oder in einem schönen Restaurant.

Nun gibt es eine Vielzahl von Berufen, deren Grundlage gerade die Freizeit der Anderen ist. Menschen im Gastgewerbe, in den Themenparks oder in anderen Bereichen der Freizeitindustrie haben Ihre Stoßzeiten dann, wenn andere frei haben. Aber auch andere Berufe sind von Wochenendarbeit u. ä. betroffen: Mitarbeiter in sozialen Berufen, im Gesundheitsbereich oder im Verkehrswesen, um nur ein paar zu benennen.

Ein Factsheet der BAuA beleuchtet die Besonderen Arbeitsverhältnisse dieser Menschen: Arbeiten, wenn Andere frei haben.

Grundlage für das Factsheet war eine Befragung von Betroffenen zur Wochenendarbeit. Dabei zeigte sich, dass “Wochenendarbeitende körperlich und emotional stärker erschöpft sowie in der Gestaltung ihres Privatlebens eingeschränkter sind als Nicht-Wochenendarbeitende“.

Wie immer bei diesen Factsheets finden Sie die wesentlichen Informationen in einer kompakten Übersicht zusammengefasst auf einem einzelnen Blatt. Sie können das Factsheet als pdf-Datei hier kostenlos herunterladen.

Stand der Dinge: Psychische Belastungen in Deutschland

In diesen Tagen lassen wir uns gerne als der Musterschüler Europas feiern. Erfolge, wohin das Auge blickt, sei es die Arbeitslosigkeit oder der Export, von König Fußball ganz zu schweigen.

Auch auf die Gefahr hin, jetzt als Miesepeter dazustehen: Nein, wir sind nicht überall die besten. Zum Beispiel im Umgang mit psychischen Belastungen am Arbeitsplatz. Dazu hat Jana Hauschild einen Artikel verfasst: Deutsche Unternehmen schützen Mitarbeiter schlecht vor Stress.
Sie zieht in dem Beitrag einen innereuropäischen Vergleich und stellt fest “Andere EU-Länder sind konsequenter“.
Ehrlich gesagt, ich würde die vorgestellten Beispiele aus anderen Ländern nicht für bare Münze nehmen. Dazu scheint mir die Faktenlage zu schlecht recherchiert. Um nähere Details über die rechtliche Lage in den einzelnen EU-Mitgliedsstaaten zu erfahren, sollten wir vielleicht die Websites der entsprechenden nationalen Einrichtungen besuchen.

Hier finden Sie weitere Beiträge zum Thema

BTW: Jana Hauschild schreibt in der Einführung zu ihrem Artikel:

Unternehmen, die ihre Mitarbeiter nicht ausreichend schützen, werden laut Arbeitsschutzgesetz bestraft.

Aha, ich wäre für eine nähere Ausführung dankbar. ;-)

Kopfschmerzen am Arbeitsplatz: Eine unterschätzte Gefahr (Gastbeitrag)

Wie die Leserinnen und Leser wissen, ist dieses Blog in erster Linie der Verhältnisprävention gewidmet. Aber auch in der Verhaltensprävention gibt es spannende Themen.
Jeannette Stowasser verdanke ich den folgenden Gastbeitrag:

Stress hat viele Gesichter. Wenn Anspannung zum Dauerthema wird, reagiert der Körper mit Bluthochdruck, Depressionen, Magenschmerzen und Kopfweh, um nur einige Stresskrankheiten zu nennen. Vor allem Kopfschmerz gehört zu den häufigsten Volkskrankheiten, denn 57 Millionen Deutsche leiden mittlerweile daran. Trotzdem wird diese Krankheit immer noch als Bagatelle abgetan. Die Folgen für die Wirtschaft sind enorm.

Die Weltgesundheitsorganisation interessierte sich dafür, wie viel Geld der europäischen Wirtschaft verloren geht, weil Arbeitnehmer wegen starker Kopfschmerzen zu Hause bleiben müssen. Die Untersuchung aus dem Jahr 2011 ergab, dass 190 Millionen Fehltage auf das Konto von Kopfschmerzen gehen, was einem Verlust von 155 Milliarden Euro entspricht. Dazu kommen all die Arbeitnehmer, die mit pochendem Kopf im Büro bleiben und nur zu geringer  Arbeitsleistung imstande sind. Der „Kopfschmerz-Atlas“ der WHO beklagt, dass nur sehr wenige Betroffene behandelt werden und fordert eine Verbesserung der Gesundheitsfürsorge. Doch nicht nur die Länder stehen in der Pflicht, die Gesundheitsleistungen zu verbessern, denn auch Unternehmen und Arbeitnehmer können aktiv werden. Schließlich sind sie diejenigen, die durch Präventionsprogramme oder Eigeninitiative Stress verringern und Kopfschmerzen vorbeugen können.

Warum Stress zu Kopfschmerzen führt

Wie Kopfschmerzen entstehen, ist Forschern bislang ein Rätsel. Doch die Theorie, die von den meisten Experten vertreten wird, sieht Stress als den  häufigsten Auslöser an. Wenn Stresshormone für angespannte Muskeln sorgen, entstehen Schmerzimpulse, die das Schmerzsystem des Körpers schließlich überfordern. Diese Schmerzimpulse äußern sich in Form von Spannungskopfschmerzen, die über Stunden andauern können.

Weil regelmäßige Entspannung sehr wichtig ist, um Kopfschmerzen vorzubeugen, werden Neurologen nicht müde, ihre Patienten auf die dringend notwendigen Erholungsphasen hinzuweisen. Doch die meisten Patienten gehen nicht zum Arzt und wissen daher nicht, dass Entspannung das A und O in der Kopfschmerztherapie ist.

Entspannung als akute und vorbeugende Maßnahme in der Kopfschmerztherapie

Neurologen empfehlen Patienten, die nur schwer abschalten können, eine Entspannungstechnik zu erlernen. Die progressive Muskelentspannung nach Jacobsen hat sich in der Kopfschmerztherapie bereits bewährt. Nacheinander spannt der Patient sämtliche Muskelpartien an, um sie dann bewusst loszulassen. So lässt sich Stress vorbeugen, aber auch akutes Leid lindern.

Eine weitere Möglichkeit, sich besser zu entspannen, bietet MBSR. Bei der sogenannten „Stressbewältigung durch Achtsamkeit“ geht es darum, Anspannung nicht gezielt auszuschalten, sondern anzunehmen. Dieser Ansatz eignet sich vor allem für diejenigen, die neuen Stress erzeugen, wenn sie ihre Anspannung krampfhaft loswerden wollen. Patienten lernen durch MBSR, stiller Beobachter ihrer Gedanken und Gefühle zu sein und dadurch Abstand vom Schmerz zu gewinnen. Emotionales Leid, das aus Gedanken wie „Jetzt geht das schon wieder los!“ oder „Ich will den Schmerz nicht fühlen!“ entsteht, wird gelindert. Können Patienten den Widerstand loslassen und die Schmerzen annehmen, wird der Schmerz erträglicher. Studien mit chronischen Kopfschmerzpatienten haben ergeben, dass sich die Lebensqualität auf diese Weise verbessert.

Die WHO erklärte Stress zu eine der größten Gesundheitsgefahren des 21. Jahrhunderts. Deshalb wird es Zeit, umzudenken: Regierungen, Unternehmen und Arbeitnehmer sind aufgefordert, gegenzusteuern. Zu wissen, welche Krankheiten Stress auslösen kann und wie wichtig Entspannung in der Therapie ist, ist ein Schritt in diese Richtung. Kopfschmerz ist als zweithäufigste Schmerzerkrankung ein Beispiel, an dem sich die Folgen von Stress und Entspannung gut zeigen lassen. Doch natürlich muss eine Behandlung an mehreren Stellen ansetzen. Stressprävention kann nur ein Teil der Therapie sein – neben anderen effektiven Verfahren.

Über die Autorin:

Jeannette Stowasser ist Online-Redakteurin und hat im jameda-Ratgeber „Kopfschmerzen ganzheitlich behandeln“ nützliche Expertentipps zusammengefasst, die Patienten helfen, eine maßgeschneiderte Kopfschmerztherapie für sich zusammenzustellen. Entspannungstechniken sind ein Element, das neben Schmerzmitteln, Heilpflanzen, Wärmeanwendungen und Bewegung zu den wichtigsten Verfahren gegen Kopfschmerzen zählt.