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In letzter Zeit kommen immer mehr sog. Infografiken in Mode. Eine solche Infographik von The Simple Dollar zeigt Ihnen, wie Sie Burnout vermeiden können. Allzu ernst sollten Sie die Grafik nicht nehmen, dafür ist das Thema zu komplex.

SimpleDollarBurnout

Jane Fonda ist eine bemerkenswerte Frau, und eine streitbare dazu, wie wir wissen. In einem Vortrag beschäftigt sie sich damit, wie wir das Mehr an Lebenszeit, das spätestens für unsere Generation zur Regel geworden ist, sinnvoll nutzen können:

Innerhalb dieser Generation wurde unsere Lebenserwartung um weitere 30 Jahre verlängert – und diese Jahre sind nicht nur eine Fußnote oder eine Diagnose. Jane Fonda fragt bei der TEDxWomen-Konferenz, wie wir mit dieser neuen Lebensphase umgehen können.

In Bayern 2 gibt es eine Sendereihe, die ich als Podcast regelmäßig verfolgen: Das radioWissen. Mitte Dezember letzten Jahres war dort eine dreiteilige Serie zum Thema “Burnout” zu hören. Die Sendungen im einzelnen:

  1. Burn-out – Wenn der Körper nicht mehr mitmacht (Download mp3)
  2. Schutz vor Burn-out – Seelische Gesundheit in Betrieben (Download mp3)
  3. Burn-out – Gespräch mit Dr. Werner Kissling (Download mp3)

Dr. Kissling ist Leiter des Centrum für Disease Management an der Psychiatrischen Klinik der Technischen Universität München.

Für mich am interessantesten war der 2. Teil, in dem Burnout in der Arbeitswelt behandelt wird. Man hört es leider (zu) selten, dass die veröffentlichte Meinung sich auf das Arbeitsschutzgesetz und die Gefährdungsbeurteilung bezieht. Hier war es erfreulicherweise einmal der Fall.

Da werden einige Verantwortliche in den Personalabteilungen umdenken müssen. Näheres in einem Artikel auf Spiegel online: Alter ist auch bei Managern kein Entlassungsgrund.

Am Samstag letzter Woche bin ich über einen Artikel der Südwestpresse gestolpert: Zahlreiche Betriebe im Kreis überprüft. Laut dem Artikel hat “die Gewerbeaufsicht im Umweltschutzamt des Landratsamtes Main-Tauber-Kreis im Jahr 2011 einen Arbeitsschwerpunkt gewidmet und zahlreiche Betriebe überprüft und beraten”.

Ich gebe zu, es ist das erste Mal, dass ich in der Presse über eine derartige Aktion der Gewerbeaufsicht lese. Wie nicht anders zu erwarten war, zeigte sich, dass in vielen, wenn nicht den meisten Betrieben, von einer vollständigen Gefährdungsbeurteilung nicht die Rede sein kann:

Bei den meisten Klein- und Mittelbetrieben war die Vielschichtigkeit der psychischen Fehlbelastungen bis zum Zeitpunkt der Schwerpunktüberprüfung nicht bekannt. Die Betriebe zeigten Verständnis und den Willen, die bestehenden Gefährdungsbeurteilungen diesbezüglich zu überarbeiten.

Man darf gespannt sein, ob noch mehr Gewerbeaufsichtsbehörden die Thematik der psychischen Fehlbelastungen in den Blick nehmen oder ob dies eine Einzelaktion des Main-Tauber-Kreises bleibt. Vielleicht kommt da etwas in Bewegung, nachdem unsere Arbeitsministerin sich vor einiger Zeit entsprechend positioniert hat.

Vor einiger Zeit hatte ich in diesem Blog auf eine Reihe von vier Broschüren hingewiesen, in denen Beschäftigten, Führungskräften und kompletten Organisationen Hilfestellungen für dien Umgang mit psychischen Beanspruchungen gegeben werden. Die Broschüren sind eingebettet in das Projekt “Psychische Gesundheit in der Arbeitswelt (psyGA-transfer)”.

Mittlerweile wurde zu dem Projekt eine eigene Website geschaltet. Neben den o. a. Broschüren finden Sie auf der Website eine Fülle von weiterführenden Links, einen Selbsttest und einige Praxisbeispiele. Dort finden Sie auch Verweise zu Informationen zur einer vollständigen Gefährdungsbeurteilung. Diese ist bekanntlich die Grundlage für weiterführende Maßnahmen im betrieblichen Gesundheitsmanagements.

Es gibt auch ein Hörbuch zum Projekt: Stress, psychische Belastung, Burnout – Handeln, bevor der Job krank macht.

Mediziner sprechen hier über die typische Stresserkrankung Burnout. Betroffene schildern, wie es sich anfühlt, darunter zu leiden. Über die ersten Anzeichen berichten Mitarbeiter aus Unternehmen – Mediziner kommentieren die Schilderungen und geben Empfehlungen.

Ein schönes Angebot für längere Autofahrten, das Schule machen sollte. Einen Wermutstropfen gibt es dennoch. Gefährdungsbeurteilung? Fehlanzeige!

Für die Leser, die sich unter einem Wiki nichts vorstellen können, hier die Definition der Wikipedia (übrigens selbst ein Wiki):

Ein Wiki (hawaiisch für „schnell“, seltener auch WikiWiki oder WikiWeb genannt, ist ein Hypertext-System für Webseiten, deren Inhalte von den Benutzern nicht nur gelesen, sondern auch online direkt im Browser geändert werden können (Web 2.0-Anwendung).

Diese Eigenschaft wird durch ein vereinfachtes Content-Management-System, die sogenannte Wiki-Software oder Wiki-Engine, bereitgestellt.

Genau ein solches Wiki hat das Demographie-Netzwerk auf seiner Webpräsenz veröffentlicht: Das Demographie Wiki. Das Wiki ist in vier Hauptabschnitte eingeteilt, in denen die wesentlichen Begriffe des demographischen Wandels beleuchtet werden:

  1. Demographie allgemein
  2. Trendthemen
  3. Praxiswissen
  4. Arbeitsmarkt und Gesellschaft

Ein Wiki lebt von der Beteiligung der Nutzer. Rund 50 Begriffe wurden als “Startkapital” eingepflegt. Sie können sich anmelden, um die Beiträge zu ergänzen und ggf. zu modifizieren.

Wenn Sie für Unternehmen entweder allein oder mit Unterstützung eines Demographielotsen eine Altersstrukturanalyse durchführen wollen, dann empfehle ich Ihnen den DemografieKompass. Wenn Sie die Basisdaten Ihres Unternehmens eingeben, werden Sie u. U. gefragt, wie viel Mitarbeiter zuhause Angehörige pflegen. Wenn Sie das nicht wissen, dann befinden Sie sich in bester Gesellschaft. Nahezu alle von mir beratenen Unternehmen konnten dazu keine Auskunft geben.

Dennoch gehört die häusliche Pflege zu den Auswirkungen des demographischen Wandels. Die arbeitende Bevölkerung befindet zunehmend in einer Sandwichposition. Sie muss die Kinder in der Ausbildung unterstützen und sich um die alten Eltern kümmern. In früheren Epochen kannte man das so nicht, die Lebenserwartung war einfach nicht so hoch.

Häusliche Pflege führt zu einer Doppelbelastung. Annette Rösler hat dazu einen Artikel veröffentlicht: Wenn Mitarbeiter Angehörige pflegen. Sie schreibt:

In einer alternden Gesellschaft sollten auch Krankheit und Tod ein Thema sein. Die meisten Unternehmen unterschätzen aber den demografischen Wandel und damit die Folgen. Dabei profitieren Mitarbeiter wie Betriebe, wenn Pflege und Beruf vereinbar sind.

Frau Rösler hat umfangreich recherchiert und belegt ihre Aussagen mit Zahlen. Der Staat regelt viel, aber nicht alles. In dem Artikel können Sie nachlesen, welche Handlungsoptionen den Betrieben zur Verfügung stehen. Die Praxisbeispiele stammen fast ausschließlich von großen Unternehmen. Das wundert mich nicht. Wie in dem o.a. Zitat schon bemerkt wird: Die meisten Betrieben haben noch nicht einmal den demographischen Wandel zur Kenntnis genommen. Wie sollen sie sich dann um dessen Folgen kümmern?

Eine Neuigkeit in eigener Sache. Mittlerweile bin ich Mitglied bei den Demographie-Experten. Meine Profilseite können Sie in der Beraterdatenbank aufrufen. Dort können Sie auch eine Imagedatei von mir herunterladen (pdf).

ListDEx

Die EU-OSHA ließ in einer Studie rund 35000 Personen aus 36 Ländern befragen. Schwerpunkte der Untersuchung waren u. a.

  • Arbeitsbedingter Stress
  • Bedeutung von Gesundheitsschutz und Arbeitssicherheit

Die Ergebnisse zeigt diese Folienpräsentation:

Für mich besonders interessant waren naturgemäß die Folien 6 –11, die arbeitsbedingten Stress zum Thema haben.

Demnach glauben 49% der Befragten, dass das Stressniveau in den nächsten 5 Jahren stark zunehmen wird, immerhin 28% rechnen mit einer leichten Zunahme. Interessant ist, dass sich diese Ansicht von den Beteiligten unabhängig von Geschlecht, Alter oder Arbeitsstatus geteilt wird.

Die Länderbetrachtung ist ebenfalls bemerkenswert (Folie 10). Teilnehmer aus Griechenland beurteilen den Stress besonders pessimistisch. Deutschland folgt bereits auf Platz 4. Die wirtschaftliche Situation in den beiden Ländern ist höchst unterschiedlich. Stress durch Unterforderung im Süden, durch Überforderung im Norden? Es darf munter spekuliert werden.

Auch der Einfluss der Arbeitssicherheit auf einen späteren Eintritt in den Ruhestand wird beleuchtet (Folien 19-24). Demnach halten 87% der Befragten ein funktionierendes Gesundheitsmanagement für eine Grundvoraussetzung für eine längere Lebensarbeitszeit.

Es lohnt sich, in der Präsentation zu stöbern.