Die Gefährdungsbeurteilung als Infografik

Viele Unternehmen drücken sich nach wie vor um die Durchführung einer Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen, obwohl sie eigentlich vom Gesetzgeber vorgeschrieben ist. Meines Erachtens gibt es dafür diese Hauptgründe:

  1. Viele Führungskräfte trauen sich einfach nicht an dieses Thema heran, weil Sie glauben, nicht über die nötige Fachkompetenz zu verfügen (“Ist dieser Psychokram überhaupt messbar?”). Sicherheitsfachkräfte könnten sie fachkundig beraten, wenn sie es denn könnten. Oft trauen auch sie sich nicht an dieses vermeintlich “sensible” Thema heran.
  2. Manche Führungskräfte befürchten, mit der Bekanntgabe der Ergebnisse “ein Fass aufzumachen”, wenn diese Engpässe im Führungsverhalten oder in der Arbeitsorganisation aufzeigen. Ganz unrecht haben sie nicht. Denn zum einen weckt man bei den Mitarbeitern bestimmte Erwartungen, zu anderen ist es tatsächlich schwerer, Verbesserungen bei den sogenannten weichen Faktoren zu erzielen. Anstatt diese dicken Bretter zu bohren, bleibt man lieber bei den Lärmmessungen. Da weiß man, was man hat.

Das eine Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen kein Hexenwerk ist, zeit die Infografik der PRIOTAS GmbH. Übrigens begleite ich Sicherheitsfachkräfte bei der Gefährdungsbeurteilung als Coach und Berater. Sprechen Sie mich an.

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Dialog zu Depression und sozialen Medien

Seit einigen Jahren fahre ich regelmäßig zur re:publica nach Berlin. Nach jedem Besuch habe ich den Eindruck, wieder auf dem “digital Stand” zu sein. Oft werde ich gefragt, was es denn auf diesem “Klassentreffen” der Blogger und Internetinteressierten zu sehen gäbe. Nun zum Beispiel ein Session, in der Kati Krause und Uwe Hauck über ihre Depression erzählt haben und darüber, wie sie in dieser schweren Zeit mit den sozialen Medien umgegangen sind. Sara Weber hat über dieses Zusammentreffen einen Artikel geschrieben: Wie Twitter und Facebook gegen Depressionen helfen können – oder sie verstärken. Hier können Sie die Aufzeichnung der Session sehen:

Uwe Hauck folge ich auf Twitter schon lange Zeit und habe aus diesem Grund dort auch seine Geschichte hautnah mitbekommen. Seine Tweets #ausderklappse waren interessant, bewegend und manchmal verstörend.

Kati Krause hat über ihre Depression auf Zeit online einen Artikel geschrieben (“Facebooks psychische Störung”) und ein Interview mit Angela Gruber geführt: Soziale Netzwerke und Depression: „Facebook war Gift für mich“. Auf Twitter folgen können Sie Kati Krause nicht mehr. Aus Gründen.

Zeit-Serie: Psychisch krank

Es ist eben doch gut, von Zeit zu Zeit wieder einmal das eigene Archiv zu durchforsten. Es gibt durchaus den einen oder anderen Schatz zu heben, an den man gar nicht mehr gedacht hat. So auch diesen. Vor etwa zwei Jahren hat Götz Kluge auf einen Artikelserie in der Zeit hingewiesen, die kaum an Aktualität verloren hat: Psychisch krank. Die Beiträge befassen sich mit den Themen:

  • Wartezeit für geeignete Therapien, auch bekannt unter Unterversorgung mit Psychotherapeuten
  • Umgang mit psychisch Erkrankten
  • Bestimmten Erscheinungsformen psychischer Erkrankungen, wie Depression, ADHS, Borderline usw.
  • Psychische Erkrankung und Berufstätigkeit
  • Psychische Erkrankungen auf Twitter (#isjairre)
  • u.v.m.

#isjairre ist nicht der einzige Hashtag, den Sie auf Twitter zu psychischen Erkrankungen. Unter #ausderklappse twittert auch Uwe Hauck (alias @bicyclist) über seine einschlägigen Erfahrungen. Demnächst wird auch ein Buch von ihm darüber erscheinen. Ich bin gespannt. Ihm auf Twitter zu folgen, lohnt sich allemal.

Buchempfehlungen von der BAuA

Das Institut für Soziologie an der TU Chemnitz hat sich eingehend mit dem Thema “Zeit- und Leistungsdruck” beschäftigt und die Ergebnisse der Studien in einem Buch unter ebendiesem Titel veröffentlicht. Sie finden eine ausführliche Beschreibung des Inhalts auf der Website der BAuA. Dort werden Sie auch auf eine Seite verwiesen, wo Sie den Inhalt online einsehen können. Über eine ähnliche Thematik berichten Forscher vom Institut für sozialwissenschaftlichen Forschung in München: “Zeit- und Leistungsdruck bei Wissens- und Interaktionsarbeit” (Hinweis BAuA). Die online-Version finden Sie hier.

Leichte Kost ist das alles nicht. Wissenschaft soll ja auch nicht von allen verstanden werden. 😉

Ein etwas anderes Katzenvideo

Ich gebe zu, während meiner Ausbildung zum Sicherheitsingenieur muss ich wohl ein etwas belämmertes Gesicht gemacht haben, als ich zum ersten Mal vom Gefährdungsfaktor “Tier” gehört habe. Eine Kollegin, die in einem Institut mit Versuchstieren arbeitet, hat mich damals schnell aufgeklärt. Wenn Sie keine Kollegin haben, die Ihnen auf die Sprünge hilft, dann schauen Sie sich das Video der BG für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) an: Katzen in der tierärztlichen Praxis – Tipps für einen sicheren Umgang. Wir haben Glück mit unserer Leni. Beim Tierarzt ist Sie ganz klein mit Hut, lässt alles über sich ergehen und ist froh, wenn es vorbei ist.

Katzenvideo, mal anders!

Arbeit und Psyche von A bis Z

Der Gemeinsame Deutsche Arbeitsschutzstrategie (GDA) betreibt eine übersichtliche Website, auf der Sie unter dem Titel “Arbeitsprogramm Psyche” eine Menge Informationen zu psyschischen Belastungen am Arbeitsplatz finden. Besonders interessant fand ich die Unterseite “Arbeit und Psyche von A bis Z”. Dort können Sie einige Ursachen für Fehlbelastungen nachschlagen, für die Sie eine kurze Definition erhalten und diverse Handlungsmöglichkeiten vorgeschlagen bekommen. Allerdings sind dies Informationen eher in Form von Steckbriefen gehalten, in die Tiefe gehen sie nicht. Möchten Sie ins Detail gehen, dann finden Sie auf der rechten Menüleiste Hinweise zu weiteren Informationen, die Sie direkt anklicken können.

Wenn Sie die verschiedenen Begriffe überfliegen, werden Sie schnell feststellen, dass die Verbesserungen in diesen Bereichen manchmal nur durch das Bohren dicker Bretter zu erreichen ist. Mitunter steckt der Teufel im Detail und solide Kenntniss in der Philosophie und der Methodik der Organisationsentwicklung sind nicht nur von Vorteil, sondern manchmal sogar Voraussetzung.

BTW: An Broschüren, Handreichungen und Anleitungen mangelt es wirklich nicht. Im Gegenteil, es ist eher so, dass man den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sieht. Jede Institution bringt ihre mehr oder weniger informative Broschüre heraus, die auch noch alle wechselseitig aufeinander verweisen. Auch an Portalen herrscht kein Mangel. Obwohl ich seit Jahren auf dem Gebiet im Internet recherchiere, ist es für mich schwer, den Überblick zu behalten. Weniger wäre mehr, Klarheit geht anders. Von den Kosten aufgrund unnötiger Redundanz wollen wir wir gar nicht reden.

Die Empfehlungen zur Umsetzung der Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung in neuer Auflage

Wie allgemein bekannt (?), sind Arbeitgeber nach dem Arbeitsschutzgesetz verpflichtet, eine vollständige Gefährdungsbeurteilung durchzuführung. “Vollständig” heißt, dass auch psychische Gefährdungsfaktoren berücksichtigt werden müssen. In den o.a. Empfehlungen im Rahmen der Gemeinsamen Deutschen Arbeitsschutzstrategie (GDA) werden die sieben Schritte beschrieben, die für eine Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen notwendig sind:

  1. Festlegung von Tätigkeiten/Bereichen
  2. Ermittlung der psychischen Belastung der Arbeit
  3. Beurteilung der psychischen Belastung der Arbeit
  4. Entwicklung und Umsetzung von Maßnahmen
  5. Wirksamkeitskontrolle
  6. Aktualisierung und Fortschreibung
  7. Dokumentation

Wenn Sie sich jetzt als Sicherheitsfachkraft an den berühmten “Handlungskreislauf” erinnert fühlen, dann liegen Sie nicht falsch.
Die Broschüre ist sehr knapp gehalten und dient lediglich als grober Leitfaden. Sie können sie kostenlos hier als pdf-Datei herunterladen.

Es gibt auch eine einschlägige Broschüre zur der Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen, die sich an die Aufsichtspersonen wendet (pdf-Datei). Es kann ja nicht schaden, wenn Sie wissen, wie die darüber denken.

BTW: Ich habe Sicherheitsfachkräfte schon bei der Durchführung von Gefährdungsbearbeitung beraten. Wenn Sie Frage dazu haben, dann sprechen Sie mich gerne an.

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Sexuelle Belästigung und Übergriffe am Arbeitsplatz

Sexuelle Belästigung und Gewalt am Arbeitsplatz ist sicher kein neues Thema, hat aber durch die unsäglichen Vorgänge in der Silvesternacht in Köln noch einmal an Aktualität und Brisanz gewonnen. Zu diesem Thema hat die European Agency for Safety and Health at Work (EU-OSHA) eine Infografik veröffentlicht. Dort gibt es auch ein entsprechendes Schaubild zum Thema Gewalt am Arbeitsplatz durch Dritte. Die EU-OSHA warnt eindringlich, derartige Vorkommnissen nicht zu bagatellisieren. Es gilt, schon den Anfängen zu wehren. Dem kann ich mich nur anschließen.

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