Fakten zu Anforderungen an Führungskräfte

Man kann die Uhr danach stellen: Jedes Jahr um die gleiche Zeit erscheint die Gallup-Studie, die den Führungskräften in Deutschland bestätigt, wie unfähig sie sind. Auch dieses Jahr macht da keine Ausnahme, wie dem Artikel Führungskräfte sind der wahre Produktivitätskiller zu entnehmen ist.

Diese Pauschalkritik insbesondere an die mittleren Führungskräften begleitet mich mein ganzes berufliches Leben als Organisationsberater. Schon während der 1990er Jahre, als Total Quality Management (TQM) in aller Munde war, sprach man insbesondere von den mittleren Führungskräften als LehmLähmschicht, die alle innovativen Entwicklungen in den Unternehmen ausbremsten.

Ich habe mich über dieses Führungskräftebashing schon immer geärgert. Vielleicht deshalb, weil ich selbst in meinem früheren Leben zu diesem Personenkreis gehört habe. Viele vergessen, dass mittlere Führungskräfte deshalb so heißen, weil sie sich in der Position zwischen „Arbeitnehmern“ und der Geschäftsleitung befinden. Dort ist es nicht immer komfortabel, insbesondere dann nicht, wenn man beiden Gruppen gerecht werden will oder sogar muss. Zwischen Hammer und Amboss sozusagen.

Wenn Sie mir nicht glauben, dann studieren Sie das BIBB/BAuA-Faktenblatt 22 „Höhere Anforderungen, mehr Ressourcen – Arbeitsbedingungen von Führungskräften“ (pdf). Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin ist eine seriöse Quelle, die Daten sind mit Sicherheit valide.

Vielleicht sollten wir, wenn wir die Führung in den deutschen Betrieben beklagen, auch daran denken, die Arbeitsbedingungen der Führungskräfte zu analysieren und ggf. zu verbessern anstatt immer nur das Führungsverhalten unter die Lupe zu nehmen. Merken Sie was? Genau, auch hier:

Verhältnis- vor Verhaltensprävention

geralt / Pixabay

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