Spielen mit Demenz

Sie kennen sicher alle dieses berühmte Memo-Spiel. Es besteht aus einer Menge Karten mit Bildern, wobei immer zwei Karten identisch sind und somit ein Paar bilden. Die Karten werden gemischt und dann verdeckt auf den Tisch gelegt. Abwechselnd können die Spieler nun immer zwei Karten aufdecken mit dem Ziel, zwei gleiche Karten zu finden. Wer zum Schluss die meisten Paare entdeckt hat, hat das Spiel gewonnen. Als sie noch klein waren, haben wir dieses Spiel oft mit unseren Kindern gespielt. Teilweise mit frustrierendem Ergebnis für uns, denn die Kinder haben uns teilweise wirklich alt aussehen lassen.

Alt aussehen und alt sein, sind zwei verschiedene Paar Stiefel. Leider bekommen viele Menschen im hohen Alter enorme Schwierigkeiten mit ihrem Gedächtnis bis hin zur Demenz. Warum nicht die positiven Effekte des o.a. Memo-Spiels auf das Gedächtnis für diese Zielgruppe nutzen? Der SingLiesel-Verlag hat genau das getan und ein “Memo-Spiel für die „Feuerzangenbowle“- Generation” herausgebracht: Stars der 50er und 60er Jahre. Als Sohn eines Betroffenen haben wir das Spiel über die Weihnachtstage getestet und für gut befunden. Die Kartenpaare bestehen aus den Fotos berühmter Filmstars der 50er und 60er Jahre, auf der einen Karte ist der Vorname des Stars, auf der anderen der Nachname zu finden. Wichtig ist, dass man sich nicht so sehr auf das Spielen selbst konzentriert, sondern im Dialog und durch viele Fragen das Gedächtnis des alten Menschen anregt. Manchmal gelingt es sogar, ganze Geschichten über Erlebnisse, die mit dem Star oder einem Film zusammenhängen, hervorzulocken (“Damals habe ich zum ersten Mal Popcorn gehabt”). Allerdings hätten wir uns gewünscht, dass man sich auf deutsche Filmstars beschränkt hätte. Die Erinnerung an amerikanische Leinwandhelden fiel doch zu schwer. Vielleicht gibt es auch einmal eine Variante mit Sportskanonen, wie Max Schmeling, Fritz Walter usw.

Alles in allem ein schöner Zeitvertreib, der allen Beteiligten gut tut. Die einen erinnern sich, die anderen erfahren den einen oder anderen Schwank aus dem Leben des Hochbetagten. Kurzweilig ist es allemal.

Cover_Nostalgie-Memo_Stars

BTW: Wenn Sie demente Angehörige haben, dann werfen Sie doch ein näheren Blick auf die Website von SingLiesel. Aus der Beschreibung der Initiative:

Der SingLiesel-Verlag wurde als Initiative betroffener Angehöriger gegründet. Ziel ist es, Bücher und Produkte für Menschen mit Demenz zu schaffen, die vor allem Freude bereiten und Angehörige und Pflegekräfte im Alltag entlasten.

Es lohnt sich, im Verlagsprogramm zu stöbern. Sie finden dort Bücher, Angebote aus Musik und Film und diverse Spiele.

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