Gibt es das „postheroische“ Management wirklich?

Vor einiger Zeit wurde in Beraterkreisen das „postheroische“ Management ausgerufen. Vor dem Hintergrund der zunehmenden Komplexität der unternehmerischen Aufgaben kamen manche einflussreiche (Vor-) Denker zu dem Schluss, dass das Bild des einsamen Kapitäns auf der Brücke, der das Unternehmensschiff sicher durch die tosende See steuert, nicht mehr zu halten ist.

Die Botschaft hör ich wohl, allein mir fehlt der Glaube. Immer noch sind viel zu viel Führungskräfte „an Bord“ (um beim Bild zu bleiben), die sich für unfehlbar halten und meinen, alles im Griff zu haben. Die Wirtschaftswelt wimmelt nur so von Kontrollfreaks, die nicht abgeben können oder besser wollen.

Mit diesem Verhalten fahren diese Führungskräfte nicht nur ihre Mitarbeiter sauer, sondern treiben auch ihre eigene Gesundheit in den Ruin. Wenn ich denke, ich müsse alles entscheiden, weil nur ich weiß, wie es geht, dann ist der Überforderung Tür und Tor geöffnet.

Es steht mir nicht zu, zu urteilen, ob Carsten Schloter solch ein Micro-Manager war. Man sollte auch nicht darüber spekulieren. Aber ständige Überforderung kann in die Katastrophe führen, wie der Artikel von Janis Hülder zeigt: Wenn Manager innerlich zerbrechen.

Der beste Tipp zur Führung, der mir in den letzten Wochen untergekommen ist, stammt von Gerd Gigerenzer:

Stell gute Leute ein und lass sie machen.

 

 

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