Wie verarbeiten Sie Ihre Gefühle?

Gefühlsarbeit oder Emotionsarbeit nennt die “amerikanische Soziologin A. R. Hochschild den Versuch, Emotionen zu verstärken, abzuschwächen oder umzuwandeln” (Quelle). Diese Anpassung der Gefühle durch Verdrängen, Umdeuten oder andere Maßnahmen kostet seelische Kraft. Nicht umsonst sagt ein indisches Sprichwort:

Krankheit sind verschluckte Tränen.

Auch der, allerdings umstrittene, Psychotherapieansatz der Bioenergetik geht davon aus, dass “Charakterstrukturen Bewältigungsformen und Sicherungssysteme darstellen, die das Individuum notgedrungen zur Wahrung der eigenen Integrität im Spannungsfeld der eigenen Bedürfnisse und den Reaktionen seiner Umwelt bzw. seines Bezugssystems entwickelt. Auf der körperlichen Ebene beinhaltet dies im Kern die Einschränkung der Lebendigkeit in Form von chronischen Verspannungen, die den Atem und die Beweglichkeit beeinträchtigen”.

In dem Artikel Stress durch unterdrückte Gefühle im Job beschreibt Dr. Christian Guht, inwieweit unterdrückte Gefühle im Berufsleben Stress und letztendlich Burnout erzeugen können.

Dabei gibt es in der Wirtschaft erlaubte und unerlaubte Gefühle. Während Aggression oder Freude in der Regel ohne größere Probleme offen gezeigt werden können, werden Gefühle der Angst oder der Trauer meist unterdrückt. Oder haben Sie schon Menschen in Besprechungen weinen sehen? Nein? Ich bin mir sicher, manchmal ist es dem einen oder anderen “zum Heulen”.

Auch wenn der o. a. Artikel nicht sehr tiefgehend ist, freue ich mich dennoch, dass das Thema “Umgang mit Emotionen” am Arbeitsplatz einmal aufgegriffen wird. Zu einem menschengerechten Arbeitsplatz gehört für mich, dass menschliche Gefühle in angemessener Weise zum Ausdruck gebracht werden können. Der oft gehörte Satz

Sehen Sie das emotionslos

ist nicht nur im wahrsten Sinn des Wortes unmenschlich, sondern auch unsinnig. Menschen ohne Gefühle sind keine Menschen. Das sollte sich mittlerweile herumgesprochen haben. Wenn nicht, hier ein Literaturtipp zur Vertiefung:

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