Götz Kluge weist in seinem Blog auf eine interessante Sendung auf SWR2 hin: Burnout, Stress und Nervenkrisen – Erschöpfungszustände aus historischer Perspektive. In einem Interview geht Professor Wolfgang U. Eckart, Medizinhistoriker an der Universität Heidelberg, auf die Frage ein, inwiefern es auch in früheren Zeiten das Phänomen Ausgebrannt sein gegeben hat. Zu der Sendung gibt es auch ein Manuskript (pdf) und einen mp3-Download zum Nachhören.
BTW: Zu der Frage, inwieweit Krankheiten und Krankheitsbilder gesellschaftliche Konstrukte sind, kann ich ein Buch von Ludwik Fleck empfehlen. Es hat mich seinerzeit tief beeindruckt und beeinflusst. Wir dürfen nicht vergessen, Krankheiten werden definiert und bis jetzt gibt es noch keine offizielle Definition von “Burnout”. Daran ändert auch der geradezu inflationäre Gebrauch dieses Ausdrucks im öffentlichen Sprachgebrauch nichts.


Entstehung und Entwicklung einer wissenschaftlichen Tatsache: Einführung in die Lehre vom Denkstil und Denkkollektiv (suhrkamp taschenbuch wissenschaft): Ludwik Fleck, Lothar Schäfer, Thomas Schnelle: Bücher
Habe jetzt werder das Buch gelesen noch die Sendung gelesen, doch das klingt sehr interessant. Zur Geschichte des Burnout habe ich gerade erst heute etwas gelesen. Ich setze mich zwar schon seit langer Zeit mit dem Burnout-Syndrom auseinander, doch wie das Ganze entstanden ist war mir bisher noch nicht klar.
Besten Gruß,
Günter