Profitieren Betriebe vom richtigen Altersmix?

Das BMAS veröffentlichte kürzlich den ersten Fortschrittsreport zur altersgerechten Arbeitswelt und diskutierte dessen Inhalt mit Vertretern der Arbeitnehmer- und Arbeitgeberseite. Die wichtigsten Ergebnisse des Reports:

  • Die Erwerbstätigenquote der 60 bis 64-Jährigen ist auch im Jahr 2010 weiter auf 40,8 Prozent gestiegen (2009: 38,4 Prozent).
  • Der Anteil der Erwerbstätigen hat sich weiter an den Anteil der Rentner in dieser Altersgruppe angenähert.
  • Die Erwerbstätigenquote der 55- bis 64-Jährigen ist seit 2000 in Deutschland stärker gestiegen als in fast allen anderen EU-Ländern, bei den 60- bis 64-Jährigen war der Anstieg in Deutschland sogar am stärksten in der EU.

In der entsprechenden Pressemitteilung wird eine Studie des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) zitiert. Dort heißt es:

  • Die Produktivität eines Betriebes erhöht sich laut einer Studie des ZEW um gut 0,5 Prozent, wenn der Anteil der 45- bis 50-Jährigen an der Gesamtbelegschaft um einen Prozentpunkt zunimmt.
  • Wenn altersgerechte Arbeitsplätze vorhanden sind, steigt laut ZEW die Produktivität der Beschäftigten zwischen 45 und 50 Jahren sogar um zwei Prozent.

Na ja, mit der Statistik ist es so eine Sache. Mit ähnlichen “Steigerungsraten” bei den Geburten in Deutschland hatte Frau von der Leyen seinerzeit als Familienministerin den Erfolg ihrer Familienpolitik begründet. Der Chefarzt der Gynäkologie des hiesigen Klinikums kommentierte dies seinerzeit mit einem nicht druckbaren Statement.

Vielleicht können wir uns einigen, dass altersgemischte Teams der Produktivität zumindest nicht schaden. Wenn das bei den Unternehmen ankäme, dann wäre bereits viel gewonnen. Momentan sehe ich das noch nicht. Ich fühle mich in meiner Wahrnehmung auch von einem Artikel in dem österreichischen Magazin Profil bestätigt: Warum kaum jemand bis 65 arbeiten darf und will – und die Regierungspläne scheitern. Ok, es geht hier um Österreich, aber die Bewusstseinslage in deutschen Unternehmen sehe ich ähnlich.

Dennoch bin ich optimistisch.
Beim demographischen Wandel läuft die Uhr.
Ob man will oder nicht.

Den o.a. Bericht können Sie als pdf-Datei kostenfrei herunterladen.

Fortschrittsreport_1

[via INQA]

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