Die Führungskräfte können es mal wieder nicht!

Wenn Sie die vielen Artikel durchsehen, die über psychische Belastungen, Beanspruchungen, Burnout usw. erschienen sind, dann stoßen Sie sehr oft auf mangelhafte Führung als Quelle allen Übels. Dass in den Unternehmen eine Menge Chefs am Werken sind, die den Namen “Führungskraft” nicht verdienen, wissen wir alle und wird von Zeit zu Zeit in Studien bestätigt. Eine solche Studie hat dieser Tage die Unternehmensberatung Development Dimensions International (DDI) durchgeführt, wie die INQA in einer Nachricht vermeldet: Studie: Führungskräfte versagen im Umgang mit Mitarbeitern.

Der Titel sagt alles. “Habe ich doch gleich gedacht, genau wie bei mir”, denkt der Vorarbeiter mit  Blick auf den Meister, der Meister mit Blick auf den Bereichsleiter, der Bereichsleiter mit Blick auf den auf den Werkleiter usw. So ist es eben, in der Regel hat jeder Chef einen Chef obendrüber und klar, der ist in der Studie gemeint, ich natürlich nicht. Anders gefragt: Wann fängt denn Führung eigentlich an?

Ich persönlich mag dieses pauschalierende Führungskräftebashing nicht besonders. Es wird oft vergessen, dass das Bekleiden einer Führungsposition in den seltensten Fällen vergnügungssteuerpflichtig ist. Es gilt, die Leistungsvorgaben des Unternehmens zu erfüllen und gleichzeitig Vorgesetzten und Mitarbeitern gerecht zu werden. Ein Arbeitsleben zwischen Hammer und Amboss sozusagen. Dass dabei sich widersprechende Ziele ausbalanciert werden müssen, liegt in der Natur der Sache. Insofern ist es folgerichtig, dass gerade auch Führungskräfte oft unter Erschöpfungszuständen leiden (siehe hier).

In aller Deutlichkeit, ich bin nicht blauäugig, auch ich musste schon mal einen wirklich miesen Vorgesetzten aushalten. Ich weiß, wie das an den Nerven und am Leistungsvermögen zehrt. Aber bevor man hier den Stab über die Führungskräfte bricht, sollte man doch genauer hinschauen, wo der Hase im Pfeffer liegt. Die Instrumente hierfür finden Sie in der Werkzeugkiste der Organisationsentwicklung. Oder in der Toolbox der BAuA. Dort gibt es eine große Anzahl von Werkzeugen, mit denen Sie die Arbeitssituation in Ihrem Unternehmen analysieren können. Und dann werden Sie sehen, ob es wirklich an der schlechten Führung liegt oder vielleicht an anderen Fehlbelastungen.

Ach ja, noch eins. Wenn ich Schlankheitspillen verkaufe und veröffentliche eine Studie über das Körpergewicht, wie sieht wohl das Ergebnis aus?
Nähere Hinweise auf der Website von DDI.

Ich denke mir dabei nichts Schlimmes und ein Schelm bin ich schon gar nicht.

Ein Gedanke zu „Die Führungskräfte können es mal wieder nicht!

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