Verhältnis- statt Verhaltensprävention

Kurz vor dem Jahreswechsel erreichte uns die Meldung über eine bemerkenswerte Betriebsvereinbarung: Bei VW haben Blackberrys Feierabend. Diese besagt, dass 30 Minuten nach Feierabend keine E-Mails mehr an Mitarbeiter versendet werden, für die ein Tarifvertrag gilt. Die Vereinbarung soll helfen, die psychische Belastung (hier: Stress) der betroffenen Mitarbeiter zu reduzieren.

Was ich bemerkenswert finde: Hier setzt die Maßnahme tatsächlich an den Verhältnissen an. Zu Feierabend gibt es keine E-Mails mehr, Punkt. Das ist sicher nützlicher (und auch billiger?), als Heerscharen von Mitarbeitern im Umgang mit E-Mails auf den Blackberry zu schulen. Letzteres wäre eben auch Verhaltensprävention. Und die kommt erst ganz hinten in der Maßnahmenhierarchie, was die Fachkräfte zwar wissen, aber viele Führungskräfte in den Unternehmen nicht glauben. Oder nicht glauben wollen.

Allerdings scheint die Beanspruchung durch E-Mails unterschiedlich zu sein. Offenbar sind Mitarbeiter, für die ein Tarifvertrag nicht gilt, besser in der Lage, mit der Belastung durch Nach-Feierabend-E-Mails umzugehen. Oder warum sonst werden sie bei der Betriebsvereinbarung ausgenommen? Ich muss ja nicht alles verstehen…

Ein Gedanke zu „Verhältnis- statt Verhaltensprävention

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