Müssen wir uns ändern oder ändern wir die Umstände?

Leser dieses Weblogs wissen, ich bin ein großer Verfechter der Maßnahmenhierarchie, wie sie von den BGn in den Ausbildungsgängen zur Sicherheitsfachkraft gelehrt wird. Erste und wirksamste Maßnahme ist im Arbeitsschutz demnach immer die Beseitigung einer Gefährdung. Erst wenn das nicht möglich ist, kommen andere Maßnahmen zum Zuge. Logisch eigentlich, möchte man meinen. Natürlich gilt dies auch für psychische Gefährdungen. Bevor man den Mitarbeitern Yogakurse oder Müsliriegel verordnet, sollten wir uns bemühen, die psychische Belastungen zu vermeiden oder zumindest reduzieren.

Zu einem ähnlichen Schluss, wenn auch aus anderer Sichtweise kommt David Hugendick in seinem Artikel in der Online-Ausgabe der Zeit: Nein, wir können nicht mehr!. Dort schreibt er:

Burn-out ist das Wort unserer Zeit. Aber wir diskutieren lieber Einzelschicksale, als die wesentliche Frage zu stellen: nach dem System der Arbeit.

Ich glaube auch, wir machen es uns zu einfach, wenn wir das Problem des Ausbrennens rein auf die individuelle Ebene verlagern. Das wird uns irgendwann noch einmal gewaltig auf die Füße fallen. Der Artikel ist meines Erachtens äußerst lesenswert.

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