Keine neuen Vorschriften!

Vor einigen Tagen las ich in der Welt kompakt von einer Umfrage, die die IG Metall bei Betriebsräten durchführte: Gewerkschaft warnt vor Burnout. 3878 Betriebsräte aus der Metallbranche wurden zu psychischen Erkrankungen in den Unternehmen befragt. Das Ergebnis deckt sich offensichtlich mit dem Befund der gesetzlichen Krankenkassen: Stress und daraus folgende Erkrankungen nehmen dramatisch zu. So weit, so schlecht, verwundern kann dieses Ergebnis nicht.

Für problematisch halte ich die Schlussfolgerungen, die Hans-Jürgen Urban, Vorstandsmitglied der IG Metall, aus den Ergebnissen zieht. Er fordert nämlich eine “Anti-Stress-Verordnung”. Ich denke, was hier passiert, ist der typische Reflex von Mitgliedern der politischen Elite. Wir erleben das immer wieder. Wenn es irgendeinen Mißstand gibt, dann muss sofort ein neues Gesetz oder eine neue Verordnung her. Das ist der Aktionismus, der die Bürokratie fördert und letztendlich auch dazu beiträgt, dass bestehende Vorschriften nicht aktzeptiert werden (“Was sollen wir denn noch alles machen?”).

Wäre es nicht eher zielführend, die bestehenden Vorschriften anzuwenden? Müssen wir wirklich zu den bestehenden Vorschriften, die nicht beachtet werden, neue hinzuzufügen, die dann auch wieder nicht beachtet werden? Es ist doch alles da, wir müssen nur nachschauen: Arbeitsschutzgesetz, Arbeitssicherheitsgesetz und was weiß ich noch alles. Fazit: Nicht wildes Umherwuseln ist gefragt, sondern die Befolgung bereits bestehender Gesetze.

Dazu auch der Beitrag auf blog.psybel.de: IG Metall warnt vor Folgen zunehmender psychischer Erkrankungen in den Betrieben.

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