Burnout, Prävention und das Recht

Den Fall des prominenten Fußballtrainers Ralf Rangnick nimmt die Financial Times Deutschland zum Anlass, sich näher mit dem Thema Burnout auseinanderzusetzen: Das ist Burnout. Wie üblich wird die Eigenverantwortung der Arbeitnehmer beschworen (Familie, Sport und Nein sagen), von einer Beurteilung psychischer Gefährdungsfaktoren ist kaum bis gar nicht die Rede. Der letzte Absatz scheint mir besonders interessant:

Nach Ansicht von Experten werden Gesundheitsprobleme und Burnout-Fälle künftig auch verstärkt die Arbeitsgerichte beschäftigen. Die Veränderungen der Arbeitswelt stellen neue Anforderungen an das Arbeitsrecht, so Achim Schunder, Chefredakteur der "Neuen Zeitschrift für Arbeitsrecht".
Die bestehenden gesetzlichen Vorgaben seien teilweise noch zu vage oder nicht mehr zeitgemäß. "Wünschenswert wären klare und verlässliche Kriterien."

Da staunt der Fachmann und wundert sich der Laie. Ich habe einmal gelernt, dass etwa die Beurteilung psychischer Belastungen Bestandteil der Gefährdungsbeurteilung ist. Diese obliegt wiederum dem Arbeitgeber. Was muss also noch geklärt werden? Allerdings tun sich viele Unternehmen mit der Beurteilung psychischer Belastungen immer noch sehr schwer. Ich glaube hierbei nicht an böse Absicht, oft fehlt einfach die nötige Kenntnis, wie man eine solche Beurteilung durchführt und wie die Ergebnisse für eine Verbesserung der psychischen Gesundheit am Arbeitsplatz verwendet werden können.

Handlungsbedarf ist dringend gegeben und wer weiß, vielleicht bewegt sich ja auch etwas. In dem Artikel steht auch zu lesen:

Gleichzeitig haben sie [die Unternehmen] erkannt, dass gerade Berufseinsteiger sich vor allem für Arbeitgeber interessieren, die eine ausgewogene Work-Life-Balance bieten. Sie schließen es inzwischen aus, einen Burnout der Karriere wegen zu riskieren.

Vielleicht regelt es diesmal ja wirklich der Markt, der Arbeitsmarkt, um genau zu sein.

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