Wie wird die Gefährdungsbeurteilung in den Betrieben umgesetzt?

Im – übrigens immer wieder lesenswerten – Blog psybel wird auf einen Vortrag von Michael Ertel hingewiesen (pdf): Psychische Belastungen – Erfahrungen aus der betrieblichen Umsetzung der Gefährdungsbeurteilung.

Michael Ertel untersucht gibt einen Überblick, inwieweit die psychischen Gefährdungen in den Betrieben analysiert und beurteilt werden. Unterm Strich ist das Ergebnis ernüchternd. Was hindert die Betriebe daran, eine vollständige Gefährdungsbeurteilung, die psychische Faktoren mit einschließen muss, durchzuführen? Ertel nennt folgende Haupthemmnisse:

  1. Fehlende Handlungsbereitschaft
  2. Geringe Handlungskompetenz
  3. Schwierige Kooperation (der innerbetrieblichen Akteure)

Eine kleine Bemerkung zum ersten Punkt. Während einer Veranstaltung der BAuA in Dresden zum Thema “Psychische Gefährdungsfaktoren” fragte mich eine technische Aufsichtsperson, was sie zu einer besseren Akzeptanz der Beurteilung psychischer Faktoren beitragen könne. Die Antwort von mir: “Beim nächsten Besuch nachfragen, wie es um eine umfassende Gefährdungsbeurteilung steht.” Manchmal ist es ganz einfach.

Noch etwas: Ich weigere mich, daran zu glauben, dass nur Gesetze und Vorschriften Unternehmen zum Umdenken veranlassen. Die volkswirtschaftliche Betrachtungsweise schafft das ganz sicher nicht, vielleicht aber die betriebswirtschaftliche. Stress im Unternehmen kostet, und zwar nicht zu knapp. Das lässt sich rechnen.

Ertel

Ein Gedanke zu „Wie wird die Gefährdungsbeurteilung in den Betrieben umgesetzt?

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