Neue Erkenntnisse zum Thema “Lärm”

Bislang dachte ich immer, dass für unser Gehör lediglich die gemessene Lautstärke (der “Quantität”) von Bedeutung ist, nicht aber die Art der Geräusche (die “Qualität”). So ganz scheint das jedoch nicht zu stimmen, glaubt man Eckhard Hoffmann, Professor für Audiologie und Akustik an der Hochschule Aalen: Die Aufregung war umsonst. Laut seinen Untersuchungen weisen Discobesucher kein signifikant schlechteres Gehör auf als Musikmuffel. Ursache für Gehörschäden in früher Jugend scheinen nach Hoffmann eher erlittene Knalltraumata zu sein. Interessant:

Ein deutscher Forscher hat einen interessanten Versuch gemacht: Er hat Leute mit Maschinenlärm und mit klassischer Musik beschallt – beides in derselben Lautstärke. Die Reaktion des Ohres war unterschiedlich, die Vertäubung war beim Maschinenlärm stärker. Unser Ohr ist also nicht bloß ein simpler und passiver Schallsammler, es spielt eine Rolle, womit man es füttert. Deshalb halten auch diese Hochrechnungen, die Musik wie Lärm behandeln, der Wirklichkeit nicht stand.

Wenn das stimmt, wird das Weltbild mancher Zeitgenossen sicher Risse bekommen. An der Lärmbekämpfung am Arbeitsplatz darf jedoch getrost festgehalten werden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Bitte um Eingabe (gegen Spam) * Time limit is exhausted. Please reload the CAPTCHA.