Die Selbstständigkeit als Rettungsanker?

Von Holm Friebe und Sascha Lobo stammt ein Buch, dass vor einigen Monaten viel Furore machte. Es trug den Titel “Wir nennen es Arbeit” und beschrieb das Leben der  “Digitalen Bohème” als Arbeitsweise der Zukunft. Ich habe damals das Buch mit großem Genuss gelesen. Obwohl ich einer älteren Generation angehöre, konnte ich mich durchaus in meiner Arbeitsweise als Freiberufler wiedererkennen. Dennoch hatte ich mitunter den Eindruck, dass diese “schöne neue Welt” von den Autoren in allzu rosigen Farben gemalt wird. Denn egal, wie man es dreht: Wir müssen Geld verdienen, um leben zu können, nur mit Selbstbestimmung und freier Einteilung der Arbeitszeit allein wird man nicht über die Runden kommen. Offensichtlich sieht dies Alexander Hagelüken ähnlich. In seinem Artikel “Raus aus den Zwängen, rein in die Selbständigkeit” nimmt er zwar eine durchaus positive Position zur selbstständigen Arbeit ein, verschweigt aber auch deren Schattenseiten nicht. So zitiert Hagelüken den Autor Peter Plöger:

Bei Friebe/Lobo kommt die Lage zu positiv rüber. Viele der Selbständigen fühlen sich von den Arbeitgebern verarscht und von den Politikern alleingelassen. Es gibt kein gutes und gerechtes Einkommen für alle.

Das sehe ich auch so. Eine sorgfältige Analyse der Marktsituation und eine Schärfung des eigenen Tätigkeits- und Eignungsprofils sollte am Anfang des Schritts in die Freiberuflichkeit stehen. Sicher kann man nicht alles vorausplanen, aber vieles. Das Prinzip Hoffnung ist wichtig, aber für die Selbstständigkeit zu wenig.

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