Banker im Burnout

Dieser Tage erschien in der online-Ausgabe ein Artikel über Burnout-Phänomene in der Finanzbranche: Wenn Banker der Burnout trifft. Nun ist dieser Beitrag kein Fachartikel, dennoch seien mir ein paar Bemerkungen erlaubt. In dem Artikel steht:

Oft kommen die Betroffenen mit dem Stress zurecht – solange ein heiles Privatleben die Belastungen auffängt. Daher will etwa die BayernLB mit Angeboten zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie gegensteuern.

Zunächst einmal ist es absolut zu begrüßen, wenn ein Unternehmen sich engagiert, um die Familienfreundlichkeit zu steigern. Aber mit einem “heilen Privatleben die Belastungen auffangen”? Die Familie als Reparaturbetrieb für unzureichend gestaltete Arbeitsplätze? Wie wäre es denn, wenn sich die Firma einmal diese ominösen Belastungen genauer ansähe, zum Beispiel über eine Gefährdungsbeurteilung? Diese muss sowieso gemacht werden, warum also nicht gleich richtig, will sagen, vollständig?

Und was ist von dieser Anekdote zu halten? Ein Personalchef …

schreibt zwar weiter gerne spät am Abend noch E-Mails. Er schickt sie aber erst am nächsten Morgen ab – damit bei den Kollegen kein Handlungsdruck nach Feierabend entsteht.

Geradezu paradox. Die Botschaft lautet: “Ihr braucht nach 18:00 Uhr nicht mehr arbeiten, aber ich, Euer Chef, tue genau das.” Ich denke, “Double Bind” nennt man das auf Fachchinesisch. So etwas machen Führungskräfte öfter, ich erinnere da nur an die Diskussionsbeiträge der Personalleiterin von Jung von Matt.

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